Bei einem Festakt in der Dreißentalhalle wurde Bruno Balle, Ehrenvorsitzender der CDU und 34 Jahre lang Stadtrat, von Bürgermeister Peter Traub zum Ehrenbürger ernannt. Für die musikalische Umrahmung sorgte die „Sinfonietta Oberkochen“ unter Leitung von Andreas Hug.
Oberkochen. „Die Ehrenbürgerwürde wird heute keinem Wissenschaftler oder Forscher, sondern einem Mann des Volkes verliehen“, so Bürgermeister Traub in seiner Laudatio. Er schilderte die tiefe Verwurzelung Balles im christlichen Glauben und in der Kirche, die auch Fundament für Balles außerordentliche Ehrenamtstätigkeit gewesen sei.
Seit 41 Jahren leite Bruno Balle erfolgreich die Geschicke der Realgenossenschaft, mit schwäbischer Sparsamkeit und Umsicht. Auch die Leistungen und das Herzblut des CDU-Politikers Bruno Balle seien beispielhaft.
Exemplarisch nannte der Bürgermeister die Leitungsfunktion im CDU-Stadtverband von 1983 bis 2008. Politische Treue, Standfestigkeit und Geradlinigkeit schrieb Traub Bruno Balle ins Stammbuch. Die positive Entwicklung der CDU sei untrennbar mit Bruno Balle verbunden.
„Vielleicht hätte es einen Bundestagsabgeordneten Georg Brunnhuber ohne Sie nicht gegeben“, erklärte Traub, der anschließend die vielen Verdienste Balles für entscheidende Weichenstellungen in Oberkochen zitierte. Besonders hob Traub Balles Einsatz für die Ansiedlung der Carl Zeiss SMT AG im Gewerbegebiet Süd hervor. Die Nähe zum Bürger sei Balles hervorstechendes Charakteristikum. Ferner habe er sich als Geschäftsführer des katholischen Krankenpflegevereins und als Schöffe verdient gemacht. 1996 erhielt Bruno Balles das Bundesverdienstkreuz und 2006 die Bürgermedaille der Stadt Oberkochen. „Heute werden Sie von Ihrer Heimatstadt in den Adelsstand der Bürger erhoben“, schloss Traub.
„Immer im Dienst am Menschen“ „Du hast Dich von der Jugend an bis zum heutigen Tag dem Dienst am Menschen und an der Gemeinschaft verpflichtet gefühlt und eben hier liegt der Grund für die Auszeichnung“, gratulierte CDU-Fraktionsvorsitzender Franz Uhl. Nachhaltigkeit, fester Wille und eine außerordentliche Dynamik kennzeichneten das Lebenswerk des neuen Ehrenbürgers. Politische Größen habe Bruno Balle nach Oberkochen geholt und damit die Weiterentwicklung der Stadt forciert. Uhl dankte auch Balles Gattin Hildegard, die für den viel beschäftigten Ehemann immer ein festes Rückgrat gewesen sei.
Die Verdienste Balles um die Realgenossenschaft würdigte der Leiter des Dezernats „Wald und Forstwirtschaft“ des Landkreises Ostalb Johann Reck. Bruno Balle präge seit über 40 Jahren den Realwald von Oberkochen als amtierender Vorstand. Mit dieser Amtszeit habe er alle Obmänner und Vorstände der Realgenossenschaft seit 1866 weit hinter sich gelassen. „Bruno Balle hat Traditionen erkannt und Weitsicht praktiziert“, betonte Reck. Der Realwald sei während seiner Amtszeit um 50 Hektar gewachsen. Mit der Ehrenbürgerwürde habe die Stadt auch einen Sachwalter des Waldes versehen.
In einem weiteren Grußwort bezeichnete Georg Brunnhuber Bruno Balle in Vertretung von Roderich Kiesewetter als einen „Kämpfer für die Demokratie in Idealform.“ Mit der Ehrenbürgerwürde erhalte er den Dank der gesamten Bürgerschaft.
Unter drei Bürgermeistern „Mein Naturell gehört dem Gemeinsinn und ich bin ein Mann der Gemeinschaft, das möchte ich auch so bleiben“, meinte Bruno Balle in seinen Dankesworten. Er identifiziere sich mit dem Verständnis Adolph Kolpings von „Christ, Beruf, Familie und Staatsbürger.“ Dies sei auch heute wichtiger denn je. Den langen Einsatz ums Gemeinwohl habe er unter den drei Bürgermeistern Gustav Bosch, Harald Gentsch und Peter Traub erlebt.
Balle dankte seinen Wegbegleitern, allen voran „meinem Freund und politischen Weggefährten Schorsch Brunnhuber“. „Ich danke der Stadt und den Kollegen aus dem Gemeinderat. Diese Feierstunde war für mich der Höhepunkt meines öffentlichen Engagements“, schloss der neue Ehrenbürger.