Grußwort zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Herrn Bruno Balle

von Franz Uhl - Fraktionsvorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion

Lieber Ehrenbürger Bruno Balle, liebe Hildegard, sehr geehrter Herr Bürgermeister Traub, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, liebe Ehrengäste, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Natürlich ist es für mich Ehrensache, lieber Bruno, als Dein langjähriger Weggefährte im Gemeinderat, es war ja immerhin über ein Vierteljahrhundert, an Deinem Ehrentag ein paar Worte zu sagen.

 

„Ehre, wem Ehre gebührt“ sagt man und man will damit ganz einfach zum Ausdruck bringen, dass eine herausragende Leistung in einer Gemeinschaft auch eine entsprechende Würdigung erfahren muss. Deshalb erfahren muss, weil eine Ehrerweisung nicht nur eine besondere Form des Dankes ist, sondern und das halte ich mindestens für genauso wichtig, zugleich der Motor und die Antriebsfeder, sich für die Gemeinschaft in der man lebt, auf nachhaltige Weise einzubringen und einzusetzen. Denn und das wissen wir alle, ohne diesen persönlichen Einsatz wäre es um unser Gemeinwesen wohl schlecht bestellt. Für das menschliche Zusammenleben kommt dem Begriff der „Ehre“ deshalb eine ganz besondere Bedeutung und Wertigkeit zu.

Lieber Bruno, Du hast heute aus den Händen des Bürgermeisters die Ehrenbürgerwürde Deiner Heimatstadt Oberkochen verliehen bekommen, die Dir der Gemeinderat vor kurzem zugesprochen hat. Es ist die höchste Auszeichnung, die eine Stadt vergeben kann und würdigt in Deinem Fall noch einmal im Ganzen die vielen Ehrenbezeigungen, die Dir im Laufe Deines Lebens für Deine Verdienste ja bereits zuteil geworden sind: Bundesverdienstkreuz, Bürgermedaille der Stadt Oberkochen, Staatsmedaille für besondere Verdienste in der Forstwirtschaft, Landesehrennadeln in Gold und Silber des Gemeindetags Baden-Württemberg, Ehrennadel des Württembergischen Genossenschaftsverbandes und Verdienstmedaille der Katholischen Kirchengemeinde.

Wie hoch die Trauben für die Auszeichnung „Ehrenbürger“ hängen, zeigt die Tatsache, dass seit 1893 das Ehrenbürgerrecht in Oberkochen ganze 11 Mal vergeben wurde. Du bist also erst der 12 Ehrenbürger in knapp 120 Jahren und Du hast Dir diese Ehrung, weiß Gott, verdient. Als Mann aus dem Volk und für das Volk hast Du Dich von Jugend an bis zum heutigen Tag dem Dienst am Menschen und der menschlichen Gemeinschaft hier in Oberkochen verpflichtet gefühlt. Und eben hier liegt der besondere Grund für Deine hohe Auszeichnung. Welcher Deiner Mitbürger kann schon für sich in Anspruch nehmen, neben seinem Beruf gleichzeitig einen so großen Teil seines Lebens ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt zu haben?

Bei Dir geht es nicht darum, hier oder dort einmal für ein paar

Jahre Vorstand gewesen zu sein, wie der eine oder andere zweifellos verdienstvolle Mitbürger. Dein ganz besonderes gesellschaftliches Verdienst liegt darin, Deine zahlreichen Ehrenämter gleich über mehrere Jahrzehnte, ja man kann sagen über eine ganze Generation hinweg so erfolgreich ausgeübt und mit einer Nachhaltigkeit geprägt zu haben, die ihresgleichen sucht. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass auch Dir während dieser langen Zeit das eine oder andere Mal danach zumute war, einfach hinzuschmeißen und zu sagen, macht euren Dreck selber. Aber das hast Du nicht geschafft. Davor haben Dich Dein Durchhaltevermögen, Dein gesunder Ehrgeiz und nicht zuletzt die Befriedigung bewahrt, die eben auch auf ihre Weise mit dem Dienst am Mitmenschen verbunden ist. Du hast Dich jedes Mal durchgebissen und gerudert, bis alles wieder in geordneten Bahnen gelaufen ist. In diesem von einer außerordentlichen Dynamik geprägten Einsatz für das Gemeinwohl sehe ich ein überaus großzügiges Zeit-Geschenk von Dir an die Oberkochener Bürgerschaft, gerade auch angesichts der enormen Schwierigkeiten die man heute hat, nicht nur interessierte, sondern auch befähigte Personen für Ehrenämter zu gewinnen, ob nun mit oder ohne Aufwandsentschädigung, die man mal bekommt oder auch nicht und die in den allermeisten Fällen sowieso in absolut keinem Verhältnis zum Aufwand steht, den man hat, was auch einmal gesagt sein muss. Als Dein Nachfolger im Fraktionsamt erlebe ich nun selber hautnah, wie viel Zeit und Kraft alleine hier aufgewendet werden muss, wenn man seine Sache richtig machen will. Für dieses Geschenk dankt Dir die Oberkochener Bürgerschaft heute mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde.

Deine Einstellung gegenüber den Mitbürgerinnen und Mitbürgern könnte nicht besser zum Ausdruck kommen, als in diesem Zitat aus Deiner ersten Haushaltsrede als CDU-Fraktionsvorsitzender vor nunmehr 23 Jahren, an die ich mich bis heute immer wieder erinnere:“….Der Gemeinderat muss sich stets die Frage stellen, wo stehen wir, erfüllen wir die Aufgaben, die uns gestellt sind, wirtschaften wir mit den uns zur Verfügung gestellten Mitteln der Bürger optimal? Stellt der Gemeinderat die Weichen der Stadt im Sinne des Bürgers? Hat der Gemeinderat noch das Vertrauen des Bürgers und vollzieht er Maßnahmen, die den Bürger, aber auch Handel, Gewerbe und Industrie nicht überfordern? (Zitat Ende). Haben Sie mitgezählt, wie oft das Wort „Bürger“ in diesem kurzen Zitat gefallen ist? Ich glaube, wir können daraus das hohe Maß an Verantwortung spüren, das Bruno Balle schon damals und bis zum heutigen Tag für seine Mitbürgerinnen und Mitbürger hier in unserer Stadt Oberkochen empfunden hat und immer noch empfindet. Die bürgerliche Gemeinschaft als Gestaltungsmittelpunkt des Bruno Balle, des Mr. Ehrenamt, unseres neuen Ehrenbürgers.

Lieber Bruno, ich darf hier gleichzeitig die Grüße und die besten Wünsche des CDU-Stadtverbandes übermitteln, dessen Vorsitzender Du von 1983 bis 2008, also 25 Jahre lang warst. In diese Zeit fallen viele herausragende Ereignisse, die auf Deinen besonderen Einsatz als Vorsitzender zurückgeführt werden können, wie z.B. die Ausrichtung des 40, 50 und 60-jährigen Jubiläums des CDU-Stadtverbandes, die Gründung der Seniorenunion, die Nominierung des Bundestagskandidaten Georg Brunnhuber, die Pflanzung der „CDU-Eiche“ im „Langen Teich“ anlässlich der Deutschen Wiedervereinigung, die Festakte zum 50. bzw. 60. Todestag von Staatspräsident Eugen Bolz, sowie die Auslobung des Förderpreises im Ehrenamt, der ja erst letzte Woche wieder vergeben worden ist. Deine guten Beziehungen, wie man sie halt auch haben muss, zeigen sich in den zahlreichen Besuchen herausragender Persönlichkeiten, wie Bundestagspräsident a. D. Philipp Jenninger, Bernhard Vogel, Erwin Teufel, Günther Oettinger und einiger Landesminister und Staatssekretäre hier in Oberkochen, die ganz selbstverständlich auch im Dienste der Weiterentwicklung unserer Stadt gestanden haben. Beispielhaft sei hier nur die große Unterstützung bei der dringend notwendigen und außergewöhnlich zügigen Ausweisung des Gewerbegebiets im Süden unserer Stadt durch das Land erwähnt, die es so wohl kein zweites Mal mehr geben wird.

Lieber Bruno, so darf ich Dir im Namen des CDU-Stadtverbandes, der CDU-Gemeinderatsfraktion aber auch ganz persönlich als Dein langjähriger Begleiter im Gemeinderat in guten und in schwierigen Zeiten, von Herzen zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde gratulieren. Ich sehe sie (ebenfalls) als ein besonderes Zeichen des Dankes für Dein Lebenswerk, das ganz und gar in beispielloser Weise dem ehrenamtlichen Wirken in unserer bürgerlichen Gemeinschaft gewidmet war und immer noch ist. Ich glaube, wer es so sieht, sieht es richtig. Du hast sie hoch verdient diese Ehrenbürgerwürde, weil Du Dich ebenso hoch um Oberkochen verdient gemacht hast. Ich möchte an dieser Stelle aber auch Deine Frau Hildegard nicht vergessen, die durch ein ebenso hohes Maß an Nachsicht, Geduld und Entbehrung einen mindestens ebenso großen Beitrag an Deiner Seite auf ihre Art geleistet hat und sich deshalb nun auch in Deinem Glanz sonnen darf. Ich wünsche Euch beiden Gottes Segen, noch viele gemeinsame Jahre in Gesundheit und ein bisschen mehr Weile für die persönlichen Ansprüche, die man ja auch noch haben darf und die jetzt ruhig etwas weiter in den Vordergrund treten dürfen. Noch einmal herzlichen Dank und alles Gute.

Franz Uhl