Dass der Slogan „Oberkochen – eine Stadt im Grünen“ stimmt, erläuterten die Forstexperten und Gemeinderatskandidaten Reinhold Vogel und Stefan Mack bei einer Waldbegehung des Stadtverbandes Oberkochen. Denn 73 Prozent der Gemarkung Oberkochens ist bewaldet.
Zu Fuß ging es vom Römerkeller in Richtung Rotstein. „So früh wie in diesem Jahr war der Wald noch nie so saftig grün“, sagt Revierförster Reinhold Vogel. Alles kommt zum Blühen in diesem Jahr, auch die Buche, die sonst nur alle sechs bis sieben Jahre zum Blühen kommt. Alle Pflanzen schicken ihren Blütenstaub zu Hauf auf die Reise. „Hoffentlich ist das nicht ein schlechter Vorbote der Natur“, sagt Diplom-Forstingenieur Vogel. Denn im Jahre 1999 war es so als Sturm Lothar folgte und 2003 als eine massive Trockenheit herrschte.
Dass in Oberkochens Wäldern keinesfalls ein Raubbau betrieben wird, sprach Diplom-Forstwirt Stefan Mack an. „Nur das, was nachwächst, wird geschlagen“, sagt er. Das sind pro Jahr etwa 12.000 Kubikmeter Holz. Bei der Naturverjüngung greife der Mensch nur ein, um das Wachstum zu fördern. Nehmen wir z.B. die Buche. Die Bucheckern fallen vom Baum, 30 bis 40 davon gehen auf einem Quadratmeter auf. Damit die kleinen Buchenbäume genug Licht zum wachsen bekommen, müssen die ausgewachsenen, alten Buchen geschlagen werden. „Natürlich erscheint im Waldbild dann einmal ein brauner Fleck. Aber der junge Baum ist ja bereits da und schon nach ein paar Jahren ist diese Stelle wieder saftig grün“, ergänzt der Revierförster. „Von einem Kahlschlag kann also keine Rede sein.“
Doch was passiert nun mit dem geschlagenen Buchenholz? „Daraus wird Zellstoff gemacht, oder nach Italien oder Spanien exportiert und kommt dann in Form von Möbeln wieder zu uns zurück“, weiß Stefan Mack. „Natürlich wollen wir mit unserem Holz auch Geld verdienen“, sagt Reinhold Vogel. 1989 war der Holzpreis ganz oben, nach Wiebke im Jahre 1990 jedoch schon wieder im Keller. Nach einem guten letzten Jahr, wird der Holzpreis dank der Weltwirtschaftskrise wohl in diesem Jahr wieder stark fallen.
Nach so viel Wissenswertes über den Wald, fand der Abschluss bei einem zünftigen Vesper im Vereinsheim der Gartenfreunde statt. Stadtverbandsvorsitzender Martin Balle bedankte sich bei den beiden Referenten mit jeweils einer Flasche CDU-Wein.