Pavel, Ruf, Bühler oder Wagenblast?

In der CDU wünschen sich viele Klaus Pavel als Bundestagskandidat, der lehnt aber ab – Viele Namen kursieren
Wenn sich die CDU einen Wunschnachfolger für Georg Brunnhuber backen könnte, wäre es wohl Landrat Klaus Pavel. Doch der lehnt eine Bundestagskandidatur ab. Georg Ruf, Thomas Wagenblast, Dr. Gunter Bühler oder Bernhard Ilg könnten aber wollen.

rafael binkowski

Für die Nachfolge von Georg Brunnhuber werden Namen wie Klaus Pavel, Dr. Gunter Bühler, Thomas Wagenblast, Bernhard Ilg, Georg Ruf und Martin Balle diskutiert. Der Kandidat wird wohl im Oktober gekürt.
Aalen/Heidenheim
Die CDU ist in diesen Tagen ziemlich in Aufruhr. Auf der einen Seite fragen sich viele nach dem Motiv für Brunnhubers angekündigten Abgang 2009. Manche vermuten, dass ihm in einem Gespräch mit Angela Merkel und Volker Kauder bedeutet wurde, Baden-Württemberg werde 2009 keinen weiteren Minister stellen.
Brunnhuber selbst sagt: „Die Entscheidung ist schon vor drei Monaten gefallen.“ Er wolle der nächsten Generation Platz machen. Nach dem Mandat strebe er „keinen Vollzeitjob“ an, einen Botschafterposten in Wien oder im Vatikan hält er für „kaum realistisch“. Bleibt noch die Deutsche Bahn, in deren Aufsichtsrat er sitzt? Der 60-Jährige will zu seiner Zukunft nichts erklären.
Gleichzeitig wird in Unionskreisen natürlich intensiv über einen Nachfolger spekuliert. Das Amt ist attraktiv: Wer im Oktober bei einer Mitgliederversammlung nominiert wird, hat beste Aussichten, als Direktkandidat ins Berliner Parlament einzuziehen.
Ein Name elektrisiert die Basis, bringt die Augen vieler Aalener Christdemokraten zum Leuchten: Landrat Klaus Pavel. „Wenn er antreten würde, hätte er wohl keinen ernsthaften Gegenkandidaten“, sagt ein hochrangiges CDU-Mitglied. Für den 54-Jährigen wäre es eine Herausforderung, jenseits von Blauen Tonnen und Müllgebühren Politik zu gestalten. Kompetenz und Eloquenz werden ihm zugetraut. Nur er selbst verkündet ein „definitives Nein“. Er sei gerne Landrat, so könne er mehr gestalten.
Oft gehandelt wird auch Georg Ruf. Der Abtsgmünder Bürgermeister gilt in der CDU zwar als forsch, für manche sogar frech, doch seine Bilanz kann sich sehen lassen. Ruf hatte schon einmal die Fühler nach Heidenheim ausgestreckt, als er dort Landrat werden wollte. Auch Ambitionen als OB von Aalen wurden ihm hartnäckig nachgesagt.
Aus der Aalener CDU dringen positive Signale: „Wenn Ruf so für den Wahlkreis kämpft wie für Abtsgmünd, wäre das schließlich gut für die ganze Region.“
Genannt wird auch Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler, der allerdings noch nicht lange CDU-Mitglied und recht frisch im Amt ist. Er selbst sagt nicht definitiv Nein. „Momentan ist das für mich kein Thema“, sagt er, „die Arbeit in Bopfingen macht mir Spaß.“ Erst wenn man ihn anspreche, werde er sich mit der Frage beschäftigen.
Ambitioniert in der Kreis-CDU ist auch Thomas Wagenblast, Ex-Chef der Jungen Union (JU). Er könnte wohl auf Unterstützung des Nachwuchses hoffen, hat Berufserfahrung in der Staatskanzlei in Stuttgart. Allerdings ist er als Bewerber um den Ortsvorsitz der Aalener CDU einst Dr. Karl Franke unterlegen, der inzwischen auch Fraktionschef ist. Ohne echte Chancen scheint hingegen der Oberkochener CDU-Kreisschatzmeister Martin Balle zu sein, der seine Ambitionen erklärt haben soll.
Offen ist auch, ob aus dem Raum Heidenheim Kandidaturen kommen. Der JU-Bezirkspolitiker Uwe Wiedmann soll Ambitionen haben, aber intern bereits abgewunken haben. Auch der Heidenheimer OB Bernhard Ilg wird als möglicher Kandidat genannt.
Allerdings drängt man im CDU-Stadtverband Aalen stark darauf, einen Bewerber aus dem Aalener Raum auf den Schild zu heben. Die CDU-Kreisvorsitzenden Norbert Barthle und Inge Gräßle werden viel zu besprechen haben.
© Schwäbische Post 24.04.2008