Der Bundestagsabgeordnete will bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren
Gerade hat er seinen 60. Geburtstag gefeiert, Angela Merkel hat ihm persönlich gratuliert. Gestern um 11.01 Uhr kam das Fax in den Redaktionen an: Georg Brunnhuber will nicht mehr zum Bundestag kandidieren.
Rainer Wiese
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Seit einiger Zeit gehört Georg Brunnhuber zum engeren Kreis um die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Oberkochen Ein Rückzug aus dem öffentlichen Amt sei damit allerdings nicht angekündigt, sagt Georg Brunnhuber. Denn erstens werde er sein Bundestagsmandat bis zum Ende der Legislaturperiode 2009 mit ganzer Kraft ausfüllen. Zweitens sehe er für die Zeit danach eine ganze Reihe von Betätigungsmöglichkeiten im Umfeld der Bundesregierung. Erst recht, wenn Angela Merkel weiterhin Bundeskanzlerin sei. Brunnhuber weist dezent auf seine ausgeprägt guten Beziehungen nach Österreich und in den Vatikan hin. Womit allerdings keine Phantasien über seine zukünftige Arbeit ausgelöst sein soll. „Botschafter in Wien? Das wäre ich gerne, aber das in Erwägung zu ziehen, wäre Spekulation.“
Zu seinem 60. Geburtstag im Februar hatte die CDU-Bundestagsfraktion in Berlin einen großen Empfang für Brunnhuber gegeben. Er ist Sprecher der Landesgruppensprecher der Fraktion und damit in deren Vorstand ebenso wie im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg. Brunnhuber wird zum Kreis der „Vertrauten“ der Bundeskanzlerin gerechnet. Angela Merkel hat ihn für einen Sitz im Aufsichtsrat der Bahn AG vorgeschlagen. Für den verkehrspolitischen Experten der CDU schien der Weg in ein Regierungsamt als Verkehrsminister oder Staatssekretär offen.
Brunnhuber begründete den Verzicht auf eine weitere Nominierung persönlich: 40 Jahre lang sei sein „Leben von Politik und anderen gestaltet“ worden, jetzt wolle er mehr Zeit für sich und vor allem für seine Familie haben: „Es gibt auch noch ein Leben nach der Politik“.
Brunnhuber hatte die Angelegenheit auch mit einigen Parteifreunden auf der Ostalb besprochen. Gestern Vormittag zeigte er sich erstaunt, dass noch nichts durchgesickert war.
Die Stellungnahmen kamen rasch. Norbert Barthle, Vorsitzender der CDU im Ostalbkreis, nahm die „Entscheidung unseres Ehrenvorsitzenden Schorsch Brunnhuber mit großem Bedauern und ebenso großem Respekt entgegen“. Ebenfalls mit Bedauern kommentierte die Heidenheimer Kreisvorsitzende Dr. Inge Gräßle Brunnhubers Ankündigung. Aber sie respektiere „seine Entscheidung, als Jung-Sechziger noch andere Wege zu gehen“. Winfried Mack, CDU-Landtagsabgeordneter, betonte, dass er gerne mit Brunnhuber zusammenarbeite und schon deshalb seinen Rücktritt bedauere.
Die Kreisverbände der CDU in Heidenheim und Aalen werden die Nominierung der Brunnhuber-Nachfolge „in einer gemeinsamen Veranstaltung“ vornehmen, erwartet Inge Gräßle.
Georg Brunnhuber ist derzeit in seiner 5. Legislaturperiode Mitglied des Deutschen Bundestages.
© Schwäbische Post 19.04.2008