Georg Brunnhuber wird heute 60
Oberkochen Zur Feier des 60. hat sich heute in Berlin große Prominenz angekündigt: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Günther Oettinger sowie Fraktionschef Volker Kauder sprechen in Berlin. Ein Zeichen dafür, wie sich Georg Brunnhuber zielstrebig nach oben gearbeitet hat im Berliner Politikbetrieb.
Der gelernte Zimmermann und Bauingenieur aus Oberkochen hat zunächst im Landkreis Karriere gemacht, er war Wirtschaftsbeauftragter und Leiter des Kreisplanungsamtes, aktiv im Oberkochener Gemeinderat und als JU-Kreisvorsitzender. Von 1981 bis 2001 führte er den CDU-Kreisverband. In diesem Amt spielte er 1990 eine Schlüsselrolle, als es um die Kampfkandidatur gegen den langjährigen CDU-Abgeordneten Manfred Abelein ging. Brunnhuber setzte sich durch, seit 18 Jahren nun sitzt er schon im höchsten deutschen Parlament für den Wahlkreis.
Dort hat es der Verkehrsexperte 2002 zum Sprecher der wichtigen Landesgruppe Baden-Württemberg in der Unionsfraktion gebracht, zuvor schon war er verkehrspolitischer Sprecher. Ein schönes Amt ist auch das des Präsidenten der Deutsch-Österreichischen Parlamentariergruppe, das ihm einst von Wolfgang Schäuble angetragen wurde. Ein weiteres Pöstchen ist der Vorsitz des Kardinal-Höffner-Kreises. Somit sieht man Brunnhuber auch des Öfteren im Vatikan, wenn der Papst einlädt.
Bundesweite Aufmerksamkeit ist Brunnhuber schon häufig zuteil geworden. Zum Beispiel 2005, als er forderte, die Mauteinnahmen über eine Verkehrs-Gesellschaft für Straßensanierungen zu nutzen. Oder als er 2007 Oettingers Filbinger-Rede über den grünen Klee lobte. Seither ist der 60-Jährige regelmäßiger Gast der Hauptstadtpresse, zuletzt beim Lokführerstreik. Zudem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes.
Eigentlich hätte Georg Brunnhuber 2005 sogar Verkehrsminister werden sollen, wenn die CDU/CSU mit der FDP regiert hätte. Da jedoch die SPD das Ressort für sich beanspruchte und er in seinem Fachbereich bleiben wollte, wurde „Schorsch“ zum Sprecher aller Landesgruppen gewählt, stieg in den geschäftsführenden Fraktionsvorstand auf. Und somit auch zum Vertrauten von Angela Merkel, obwohl er 2002 noch auf der Seite von Edmund Stoiber stand.
Ob nach der nächsten Wahl 2009 doch noch Ministerwürden warten, oder ob er im Land zum Zuge kommt, wie schon spekuliert wurde, wartet der Jubilar jedenfalls gelassen ab. „In der Politik kann man Karrieren nicht planen“, sagt er stets. An der CDU-Basis im Kreis gilt Brunnhuber als volksnah, gut präsent. Seine Rhetorik reißt die Parteibasis häufig mit, der Oberkochener hat aber auch beim politischen Gegner einen guten Ruf.
Georg Brunnhuber hat sich einmal als „rechtskonservativen, christlichen und nationalen Bürgervertreter“ beschrieben. Man wird abwarten, welche Aufgaben noch auf ihn zukommen werden. Rafael Binkowski
© Schwäbische Post 18.02.2008