„Bruno Balle hatte richtigen Riecher“
„Willkommen in der Stadt im Grünen, im Photonic-Standort Nummer eins in Deutschland und im Zentrum der deutschen Werkzeug-Herstellung“, meinte gestern Bürgermeister Peter Traub beim Empfang für Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel.
Erwin Teufel trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Oberkochen ein. Hinter Bürgermeister Traub und Erwin Teufel v. l. Bruno Balle, Winfried Mack und der Vorstandsvorsitzende der Carl Zeiss SMT AG, Dr. Hermann Gerlinger. (Foto: ls)von Lothar Schell
Oberkochen Nach einem Besuch der Firma Carl Zeiss SMT AG im Industriegebiet Süd erinnerte Traub beim Empfang im Rathaus an das Jahr 2000, als „der CDU-Fraktionsvorsitzende Bruno Balle den richtigen Riecher hatte und Herrn Teufel nach Oberkochen eingeladen hat.“ Es war jene Zeit, als Carl Zeiss die Entscheidung getroffen habe, ein Halbleiterwerk zu bauen. Viele Städte seien als Konkurrenten aufgetreten und Oberkochen sei seinerzeit in einer finanziell sehr schwierigen Situation gewesen. „Wir haben das Wettrennen von Null aufgenommen und gewonnen“, schaute Traub zurück. 33 Millionen Mark habe die Stadt seinerzeit in die Hand genommen, um 40 Hektar Gewerbefläche zu erschließen. „Und dies bei gerade mal 300 000 Mark Gewerbesteuer-Aufkommen“, setzte der Bürgermeister hinzu. Der Besuch von Erwin Teufel in der Dreißentalhalle sei „Initialzündung und Wegbereitung gewesen.“ Teufel sei es gewesen, durch dessen Einsatz das Land einen Fonds in Höhe von zehn Millionen Mark hinterlegt habe. Der Gemeinderat habe sich einhellig ins Zeug gelegt, um den Erhalt des Kernstandorts der Carl Zeiss AG zu retten.
Heute erstrahle das Photonic-Cluster in brillanter Dominanz. „Zeiss ist eine Erfolgsgeschichte und Sie, Herr Teufel, haben entscheidend daran mitgewirkt“, erklärte Traub.
Stadt, Landkreis und das Land hätten in einem erfolgreichen Junktim zusammen gewirkt, meinte Landtagsabgeordneter Winfried Mack. Der Zehnmillionen-Fonds sei keine Subvention an den Konzern, sondern eine Unterstützung der Stadt Oberkochen gewesen, die aus eigener Kraft dies nie hätte schultern können. 12,5 Millionen Euro habe die Landesstiftung bis dato für den Forschungsbereich Optik ausgegeben und „Bruno Balle hat im Jahr 2000 den richtigen Riecher gehabt“, so Mack weiter.
Von einem Glücksfall sprach der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident, der insbesondere die hervorragende Geschäftsleitung mit Dr. Kurz und Dr. Gerlinger und „eine überragende Ingenieurleistung“ hervorhob. „Was bei Zeiss geboten wird, ist eine großartige Mannschaftsleistung in Sachen Forschung, Entwicklung und Produkt“, so Teufel wörtlich. Ein entscheidender Markstein im Gesamtprozess sei die Eigeninitiative von Kommune und Unternehmen gewesen. Hier seien die politischen Kräfte in wirkungsvoller Weise gebündelt worden und als auslösender Drahtzieher habe Bruno Balle eine bedeutende Rolle gespielt. „Es ist selten, dass man in der politischen Verantwortung einen Prozess vom kleinsten Rädchen bis zur Vollendung verfolgen kann“, meinte Erwin Teufel abschließend.
© Schwäbische Post 12.02.2008