Grabbesuch mit Kranzniederlegung anlässlich 100. Geburtstag von Rudolf Eber
Der Aufbau der staatlichen Strukturen und der Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch die Alliierten organisiert und vorbereitet. In Oberkochen wurde am 15. Januar 1946 der Ortsverband der CDU in der Restauration „SCHELL“ aus der Taufe gehoben, Rudolf Eber war unter den Gründungsmitgliedern.
Die erste frei, organisierte Wahl des Bürgermeisters der Gemeinde Oberkochen fand am 16. Februar 1946 statt. Diese Wahl wurde vom damaligen Gemeinderat vorgenommen und Rudolf Eber wurde zum 1. Bürgermeister Oberkochens nach dem Zweiten Weltkrieg gewählt. Diese Phase des Wiederaufbaus war sicherlich eine Herkules-Aufgabe. Galt es doch die Grundbedürfnisse Wohnung – Arbeit – Nahrung der Oberkochener Bürgerinnen und Bürger, samt den Übersiedlern der Firma Carl Zeiss mit ihren Familienangehörigen, zu sichern.
Rudolf Eber hat mit seinem Einsatz und seiner Hingabe – insbesondere die Flüchtlingsproblematik gemeistert – und Menschen zufrieden gemacht und für eine neue Heimat gesorgt. Das Oberkochen von einst – wurde durch wirtschaftliche Veränderung – eine Kommune mit Aufbruch und Entwicklung, die bezeichnend für das kulturelle und gesellschaftliche Zusammenleben war.
Die 1. Volkswahl des Bürgermeisters 1948 brachte ein denkbar, knappes Ergebnis und Gustav Bosch wurde neuer Bürgermeister von Oberkochen. Sicherlich eine bittere Stunde für den amtierenden Bürgermeister Rudolf Eber.
Dafür entwickelte sich die berufliche Karriere bei der alteingesessenen Werkzeugfabrik Jakob Schmid umso besser. Er wurde Geschäftsführer und Gesellschafter.
Die politischen Bestrebungen von Rudolf Eber als Funktionsträger entwickelten sich erst wieder 1969 mit der Übernahme des Vorsitzes der Christlich-Demokratischen Union in Oberkochen. 1971 wurde er in den Gemeinderat Oberkochens gewählt.
1973 übernahm Rudolf Eber die Position des Schatzmeisters der CDU Oberkochen. Ab 1975 wurde er Fraktionsvorsitzender der CDU-Gemeinderatsfaktion und 1. Stellvertreter des Bürgermeisters Gustav Bosch.
1978 wurde Rudolf Eber das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland für seine außerordentlichen Verdienste um Staat und Gesellschaft zuteil. 1983 übergab Rudolf Eber den Stadtverbandsvorsitz an Bruno Balle und wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden der CDU Oberkochen ernannt.
Mit dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat 1984 verlieh der Gemeinderat Herrn Rudolf Eber – nach langjähriger kommunalpolitischer Tätigkeit für die Bürgerschaft, die wirtschaftliche Entwicklung - und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen – und für das Gemeinwohl die Bürgermedaille der Stadt Oberkochen.
Als 1988 in Oberkochen die Senioren-Union (SU) Oberkochen gegründet wurde, war schnell klar, dass Rudolf Eber den Vorsitz übernahm. 1998 wurde ihm die Verdienstmedaille der CDU Deutschlands verliehen.
1999 – im gesegneten Alter von 85 Jahren starb Rudolf Eber und fand im „Städtischen Friedhof“ seine letzte Ruhe.
Laudatio von Martin Balle, Stadtverbandsvorsitzender CDU-Oberkochen