Oberkochen. Vor der europäischen Standortbestimmung würdigte Stadtverbandsvorsitzender Martin Balle mit Herta Oppold, Gabriele Trittler und Franz Brunnhuber drei CDU-Urgesteine, „die sich um unseren Stadtverband in vielen Facetten verdient gemacht haben.“ Einstimmig habe sich der Ausschuss entschieden, die drei für außergewöhnliche Leistungen und Engagement zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.
Franz Brunnhuber ist seit 1963 CDU-Mitglied, war 13 Jahre lang Beisitzer im Vorstand und er gehörte eine Dekade dem Kreistag an. In Wahlkämpfen habe er dem Stadtverband “große Unterstützung zukommen lassen“. Immer rührig zu sein und dies in vielen Tätigkeitsfeldern, schrieb Balle Herta Oppold ins Stammbuch. 13 Jahre lang war Herta Oppold stellvertretende CDU-Vorsitzende, seit 1999 ist sie Beisitzerin im Vorstand. Nicht außen vor ließ der Stadtverbandsvorsitzende ihren Einsatz in der Frauen- und Senioren-Union. Als Vorsitzende des Fördervereins Altenpflegeheim sei Herta Oppold die personifizierte Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.
„Eine sozial und karitativ unheimlich engagierte Frau“, meinte Balle bei der Ernennung von Gabriele Trittler zum Ehrenmitglied. 15 Jahre lang hatte Gabriele Trittler dem Gemeinderat angehört. 2004 erhielt sie die Dankmedaille der CDU Deutschland. „Die Geehrten danken und wir werden auch künftig für unsere CDU mit Herzblut dabei sein, wenn man uns braucht“, meinte Trittler stellvertretend für das Trio.
In seinem Referat zum Thema „Unser Kontinent vor großen Herausforderungen – Wege aus der Eurokrise“ machte sich Dr. Andreas Schockenhoff stark für den Euro als gemeinsame Währung. Durch die Einführung des Euro sei die Inflation im Vergleich zur D-Mark verringert worden. „Wir haben auch keine Euro-Krise, sondern weltweit eine Verschuldenskrise“, stellte der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag fest, der bereits am Nachmittag von Bürgermeister Peter Traub im Rathaus empfangen worden war und sich dort ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte.
27 Regierungen im europäischen Raum kochten ihr eigenes Süppchen auf dem Finanzmarkt, was Platz für Spekulanten schaffe und einen Unsicherheitsfaktor höchsten Grades darstelle. „27 Politiken sind die Achillesferse Europas“, stellte der Referent fest. Die gemeinsamen Anstrengungen müssten auf eine wirkliche politische Union hinauslaufen, sonst werde die europäische Währung langfristig keinen Bestand haben. Das Ungleichgewicht zwischen dem gemeinsamen Markt und der gemeinsamen Währung müsse ausgeglichen werden. Um stabile Voraussetzungen für den Euro zu schaffen, brauche man politisch gesehen mehr Europa. Schockenhoff: „Das wird verdammt schwer.“ Europa werde in der Welt des 21. Jahrhunderts nur dann ein starker Pol sein, wenn es politisch geeint sei. Gleich geschaltete Haushaltssteuer und eine gemeinsam durchdachte Außen- und Sicherheitspolitik seien dabei die entscheidenden Pfeiler. „Sicherheit können wir nicht mehr mit nationalen Mitteln allein herstellen“, unterstrich der Referent.
Einen weiteren Höhepunkt erfuhr die Mitgliederversammlung des Stadtverbands durch die Erinnerung an den 125. Geburtstag von Ehrenbürger und Fabrikant Josef Schmid, der Gründungsvorsitzender der Oberkochener CDU war. 1887 als Sohn des Fabrikanten und Firmengründers Jakob Schmid in Oberkochen geboren, sei Josef Schmid Motor für die Gründung der CDU in Oberkochen gewesen. Er habe als Kommunalpolitiker mit Nachdruck die Interessen des Handwerks und des Mittelstands im damals noch kleinen Oberkochen gebündelt und vernetzt, erklärte Stadtverbandsvorsitzender Martin Balle in Anwesenheit von Schmids Tochter Josi Kurz. Und: „Unser Gründungsvorsitzender wird im Nachkriegs-Oberkochen einen dauerhaften Platz einnehmen.“
Lothar Schell