Pressegespräch des Fraktionsvorsitzenden, Franz Uhl, mit der Schwäb. Post, veröffentlicht am 13.9.2012

Bewegung in der Achse Oberkochen-Königsbronn Warum ist die Zusammenarbeit der beiden Gemeinden so wichtig? Die nahe Lage von Oberkochen und Königsbronn zu den Mittelzentren Aalen und Heidenheim, sowie ihre relativ gute infrastrukturelle und finanzielle Ausstattung, weckt natürlich deren Begehrlichkeiten in Richtung der kleineren Nachbarn.
Das Bestreben der beiden Mittelzentren nach einer Einstufung als Oberzentrum ist unverkennbar, wenn auch zurzeit trügerische Ruhe zu herrschen scheint. Damit erhöht sich der Druck auf die beiden Kleinzentren dazwischen erheblich. Vor allem die Begehrlichkeit der Stadt Heidenheim in Richtung Königsbronn scheint ungebrochen. Die feststellbare Unzufriedenheit in Unterkochen und Wasseralfingen über den Verlust der Eigenständigkeit und der damit verbundenen Entwicklung muss für die Achse Oberkochen-Königsbronn ein deutliches Signal für eine vertiefte Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene sein, um zwischen diesen Städten die Selbständigkeit wahren zu können.

Wie hat sich die Zusammenarbeit in den letzten Jahren entwickelt?

Noch funktionieren die in den letzten 50 Jahren aufgebauten Formen der Zusammenarbeit in den Bereichen Allgemeinbildende Schulen, Musikschule und Sonderschule gut, wenn auch die Schulreformen der letzten Jahre zu kleineren Verwerfungen geführt haben. Auch der kommunale Gedankenaustausch der beiden Gemeindräte, vor allem aber das gemeinsame interkommunale Gewerbegebiet sind Faktoren, die das „Gesamtgewicht“ der beiden Gemeinden erheblich stärken. Beim Knackpunkt Gewerbegebiet Süd II, das ausschließlich Oberkochen betrifft, hat Königsbronn eingelenkt und damit Größe gezeigt, obwohl aus meiner Sicht die Erweiterung des bereits genehmigten interkommunalen Gewerbegebiets westlich der B 19 für beide Seiten zweckdienlicher gewesen wäre.

Wie kann die Zusammenarbeit in Zukunft weiter gestärkt werden?

Die beiden Gemeinden haben noch vor der Sommerpause ihre Zusammenarbeit im interkommunalen Gewerbegebiet für die Zukunft bekräftigt und wollen die Erschließung forcieren. Deshalb setzt man sich beim Regionalverband auch mit Nachdruck gemeinsam dafür ein, das ausgewiesene Gebiet in seiner Gesamtheit zu erhalten. Dies ist umso wichtiger, als das Gewerbegebiet Süd II nach Aussage von Bürgermeister Traub bereits fast vollständig vergeben sein soll. Auch bei der Planung des weiteren Vorgehens im Bereich Windenergie sind meiner Meinung nach positive Synergieeffekte erzielbar, um die Faktoren Landschaftsverbrauch, Landschaftsbild, Wohnbeeinträchtigung und nicht zuletzt die Finanzierung dieser Millionenprojekte zu lösen. Hier hat es bisher ein gemeinsames Gespräch der beiden Gemeinderäte gegeben. Sollte die „Oberzentrumsdiskussion in Aalen und Heidenheim wieder auf den Tisch kommen, müssen wir für einen erneuten Vorstoß in Richtung Unterzentrum entsprechend vorbereitet sein. Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit gäbe es noch im kulturellen Bereich, ganz sicher auch in Belangen des Einzelhandels. Vor allem aber würde uns eine vertiefte Pflege des interkommunalen Arbeitsklimas der beiden Gemeinden sehr am Herzen liegen.