CDU Stadtverband Oberkochen
 

Berichte und Anfragen
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Stellungnahme der CDU-Fraktion zur Beantragung einer Gemeinschaftsschule in der Dreißentalschule in der Gemeinderatssitzung am 5.12.2011

Die Beantragung einer Gemeinschaftsschule für Oberkochen bringt die CDU-Gemeinderatsfraktion in eine ausgesprochen problematische Situation. Auf der einen Seite steht die pädagogische Bewertung dieser Schulart, die auch unter Experten heftigst umstritten ist. Es gibt tatsächlich für diese Einheitschulen nur relativ wenige Modellschulen, wie z. B. in der Schweiz die Mosaik-Sekundarschulen oder die Häuser des Lernens nach Fratton, sowie vereinzelte Schulversuche auch in Deutschland, allerdings allesamt mit hervorragenden Rahmenbedingungen. Dort werden max. 15 bis 18 Schüler durchgehend von zwei Lehrkräften betreut. Ein Umstand, den dieser Schultyp unbedingt voraussetzt, wenn sich die erhofften Erfolge einstellen und Lehrer wie Schüler keiner totalen Überforderung unterliegen sollen. Für einige Versuchsschulen, vorwiegend Privatschulen, mag dies finanziell möglich sein. Flächendeckend in Baden-Württemberg sind solche Vorstellungen jedoch als utopisch zu betrachten. Deshalb wird diese faktische Fortführung der Grundschule bis zur 10. Jahrgangsstufe von der CDU-Fraktion unter pädagogischen Gesichtspunkten, zumindest derzeit ohne Kenntnis der geplanten Rahmenbedingungen, rundweg abgelehnt.

Die andere Seite der Medaille ist die kommunalpolitische Situation. Die Entscheidung der schulischen Gremien der Dreißentalschule in Gesamtlehrerkonferenz und Schulkonferenz für die Beantragung einer Gemeinschaftsschule sind für uns verständlich und nachvollziehbar, da es hier im Wesentlichen um eine Chance auf den Erhalt der Sekundarstufe I geht. Für die Stadt geht es um den Erhalt der mittleren Bildungsabschlüsse und damit die Klientel der 10-15-jährigen, was nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung sehr fraglich geworden ist.

Eine gesicherte Zukunftsbewertung scheint unmöglich. Mögliche Szenarien sollten uns allerdings zu denken geben. Wird von den Eltern weiterhin die Realschul- bzw. Gymnasial-Beschulung bevorzugt, wird die Gemeinschaftsschule unserer Stadt keinerlei Vorteile bringen, eventuell sogar schaden, weil durch die damit verbundene Aufhebung der Kooperationsvereinbarung mit Königsbronn diese Schüler wegfallen. Hat das Konzept allerdings bei dieser Elternklientel Erfolg und Königsbronn und Unterkochen ziehen aus diesem Grund im Lauf der Zeit nach, könnte dies dann zum Schaden unseres Gymnasiums sein, weil Königsbronn, Unterkochen und Ebnat ein Drittel unserer Gymnasialschüler ausmachen. Wir hätten uns daher eine in die Zukunft weisende Kooperationsplanung mit diesen Nachbargemeinden gewünscht. Es bleibt also nichts anderes übrig, als wie einst Odysseus zwischen Scylla und Charybdis zu lavieren. Vorteilhaft für Oberkochen wäre in unseren Augen eine Schulform, die gegenwärtig als „Oberschule“ bezeichnet wird und den Haupt- und Realschulbereich integrativ umfasst. Allein damit könnte das Oberkochener Problem sicher gelöst werden. Diese Schulform steht allerdings leider nicht auf der Agenda der derzeitigen Landesregierung. Die CDU- Gemeinderatsfraktion hat sich daher dafür entschieden, durch ein für sie historisch einmaliges Abstimmungsverhalten, nämlich eine geschlossene Stimmenthaltung ihrer ambivalenten Situation gerecht zu werden und andererseits dem Antrag auf eine Gemeinschaftsschule nicht im Wege zu stehen. Dies gilt für den Beschlussvorschlag 1-3. Beim 4. Punkt, nämlich der Einrichtung einer Ganztagesschule in gebundener Form, der erst jetzt nachträglich aufgenommen wurde und deshalb keinerlei Vorberatung erfahren hat, besteht noch erheblicher Diskussionsbedarf, insbesondere in Bezug auf den zu erwartenden Kostenfaktor sowie eine verbindliche Teilnahme am Mittagessen. Wir machen daher den Vorschlag, diesen Punkt separat zu behandeln und abzustimmen.

 

Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender

 

Der Antrag auf Genehmigung einer Gemeinschaftsschule in der Dreißentalschule beim Kultusministerium wurde vom Gemeindrat mit 11 Stimmen befürwortet, acht Stadträte, darunter alle sieben der CDU-Fraktion, sowie Grünen-Stadtrat Dr. Heppner, enthielten sich der Stimme. Die Einrichtung einer Ganztagesschule an der Dreißentalschule wurde vertagt.

 

Das vom Planungsbüro Ganzloser vorgelegte Konzept für die Innenstadtsanierung mit einer Kombination aus Längs- und auf 3 Meter verbreiterten Senkrechtparkplätzen entsprach nun den Vorstellungen der CDU-Fraktion, weil dadurch ein gelungener Kompromiss zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, zum vereinfachten Ein- und Ausparken, sowie 15 zusätzlichen Parkmöglichkeiten gefunden wurde.

 

Der CDU-Antrag auf Einrichtung von sog. Hotspots (frei zugängliche Internetzugänge) in der Innenstadt und am Eugen-Bolz-Platz wurde in der Gemeinderatssitzung zurückgezogen, nachdem sich eine Mehrheit der Räte im Verwaltungsausschuss dagegen ausgesprochen hatte. Uhl begründete den Rückzug damit, dass in Oberkochen die Zeit dafür offensichtlich noch nicht reif sei und kündigte einen erneuten Vorstoß zu gegebener Zeit an.











Stellungnahme des CDU-Fraktionsvorsitzenden zur Innenstadtsanierung in der Gemeinderatssitzung vom 26.9.2011


Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, die CDU-Fraktion stimmt der nun vorliegenden Entwurfsplanung zur Sanierung und Modernisierung der Innenstadt zu. Was wir vor Jahren, genau gesagt im Frühjahr 2006 beantragt haben, nämlich den Aufenthalt in unserer Innenstadt durch eine umfassende Neugestaltung vor allem der desolaten Fußgängerbereiche wieder angenehm, optisch ansprechend, fußgänger-, behinderten- und kinderfreundlich, vor allem aber praxistauglich, kurz gesagt, attraktiv zu machen, soll mit den geplanten Maßnahmen nun Wirklichkeit werden. Wir nehmen zudem mit Erleichterung zur Kenntnis, dass die lärmintensiven Querpflasterungen in der Dreißentalstraße verschwinden und dem Planer gelungen ist, die Parksituation in der südlichen Heidenheimer Str. wesentlich zu verbessern, was vor allem auch Handel und Gewerbe zugute kommen wird.

Damit ist nun ein erster wichtiger Schritt getan. Parallel dazu müssen aber jetzt die weiteren Maßnahmen für die Gestaltung eines optisch deutlich wahrnehmbaren Stadtmittelpunkts, z. B. durch den Ausbau eines zentralen Platzes im Bereich zwischen Bahnhofstraße und Stadtbibliothek, weiter forciert werden. Erst dann wird man von einer nachhaltig angelegten Attraktivitätssteigerung im Innenstadtbereich sprechen können. Wir erwarten deshalb, dass zu gegebener Zeit über den Bebauungsplan „Stadtmitte“ eine erneute Beratung stattfindet.

Falls von Ihnen, Herr Bürgermeister, noch nicht selbst ins Auge gefasst, beantragt die CDU-Fraktion hiermit, allen interessierten Oberkochener Bürgern in einer zeitnah anberaumten Bürgerversammlung die Gelegenheit zu geben, sich über die weit reichenden Maßnahmen der Innenstadtsanierung eingehend zu informieren bzw. erörtern zu lassen, nicht zuletzt auch deshalb, damit ggf. noch sinnvolle Anregungen in diese und weitere Planungen aufgenommen werden können.

Franz Uhl

Die Entwurfsplanung wurde einstimmig beschlossen. Der Bürgermeister wird zeitnah zu einer Info-Veranstaltung einladen.





Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 23.5.2011

Die CDU-Fraktion beantragt einen Gemeinderatsbeschluss darüber, einen Förderbetrag von 1 Mio. € zur Förderung der energetischen Optimierung (Wärmedämmung, Heizungsanlagen, Warmwasserbereitung) von privat erstellten Wohngebäuden in Oberkochen für das kommende Haushaltsjahr bereitzustellen, um damit die Energie-Einsparung nachhaltig zu unterstützen. Entsprechende Förderrichtlinien sollen zwischenzeitlich erarbeitet und festgelegt werden.

Begründung:

Die Stadt Oberkochen trägt schon seit Jahren zur Förderung alternativer Energie-Gewinnung in Form von Beteiligungen an Windkraft und Biogas bzw. durch die vollständige Versorgung der städtischen Einrichtungen mit Bio-Strom bei. Die andere Seite ist aber, dass die Energie am Umwelt freundlichsten ist, die erst gar nicht erzeugt werden muss. Eine Energie-Einsparung in diesem Bereich ist die effizienteste Möglichkeit, zum Klimaschutzziel und zum beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie beizutragen. Die beantragte Förderung sollte natürlich so ausgelegt sein, dass sie die 5 % ige Bezuschussung der Kfw für Einzelmaßnahmen bzw. 10% ige für Komplettmaßnahmen oder die alternativ möglichen Kreditverbilligungen ergänzt und damit einen echten Anreiz für eine Sanierung bietet. Den Einsatz von Steuermitteln in diesem Umfang rechtfertigen wir so:

  1. Die Stadt lässt auf diese Weise ihre Bürger auf sinnvolle Weise direkt am gegenwärtigen Wohlstand teilhaben und trägt gleichzeitig mit einer ihrer relativ begrenzten regionalen Möglichkeiten in beträchtlichem Umfang zur Lösung einer der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit bei.

  2. Die Förderung entlastet nicht nur die Hausbesitzer finanziell bei den entsprechenden Investitionen, sondern ganz wesentlich auch die Mieter durch die damit verbundene erhebliche Reduzierung der immer stärker steigenden Heizkosten.

  3. Die Mittel bleiben in Oberkochen.

  4. Vorhandener Baubestand wird für zuzugswillige Interessenten bedeutend attraktiver.

 

Franz Uhl, Fraktionsvorstitzender

 

Der Antrag wurde in der Gemeinderatssitzung vom 12.9.2011 beraten.

Ab 2012 wird ein jährlich zu beschließendes Fördervolumen von 300.000 € auf der Grundlage der ausgearbeiteten Förderrichtlinien festgesetzt. Dies wurde vom Gemeinderat einstimmig, bei einer Enthaltung, beschlossen.


 

 


Antrag

Die CDU-Fraktion beantragt einen Gemeinderatsbeschluss darüber, zur Nutzung des Internets in Oberkochen Hotspots (kabellose Internetzugänge) an verschiedenen Orten, wie z. B. am Eugen-Bolz-Platz bzw. in der Stadtmitte (Bohrermacherbrunnen) zu installieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Verschiedene Möglichkeiten der praktischen Umsetzung sollen von der Stadtverwaltung unter Einbeziehung von Rechts- und Haftungsfragen erkundet und dem Gemeinderat zur Beratung vorgestellt werden.

Begründung:

Oberkochen ist Industriestandort und in vielen Bereichen sehr fortschrittlich. Dies sollte mit der Bereitstellung von öffentlichen Internetzugängen unterstrichen werden. Die mobile Nutzung des Internets hat sich in den letzten Jahren vervielfacht und steigt ständig weiter. Viele Handys und Notebooks, sowie moderne Tablets erlauben die Nutzung über WLAN (kabelloser Zugang). Die Stadt Oberkochen würde damit auf kommunaler Ebene ihren Bürgerinnen und Bürgern, aber auch den Geschäftsbesuchen ihrer Firmen, die Nutzung dieser modernen Technik erleichtern bzw. erst ermöglichen. Diese Maßnahme könnte zudem durch eine längere Verweildauer in der Innenstadt auch zu einer Stärkung des Einzelhandels und der örtlichen Gastronomie beitragen, von einer Imagewerbung als „Fortschrittliche Stadt Oberkochen“ einmal ganz abgesehen. Der finanzielle Aufwand wäre minimal.

Franz Uhl

Oberkochen, 11.07.2011






Flächennutzungsplan

Stellungnahme der CDU-Gemeinderatsfraktion zum Beschluss des Flächennutzungsplanentwurfs in der Gemeinderatsitzung vom 18.7.2010

Ich brauche heute nicht noch einmal darauf aufmerksam zu machen und zu begründen, dass es jetzt „Fünf vor Zwölf“ ist, unseren Flächennutzungsplan auf den Weg zu bringen. Angesichts dramatisch sinkender Einwohnerzahlen haben wir bereits 2005 beantragt, den Flächennutzungsplan fortzuschreiben, ohne dass sich zwischenzeitlich wesentliche Fortschritte erzielt werden konnten. Heute ist nun allen bewusst, was Oberkochen zu verlieren hat, wenn es nicht schnellstens gelingt, neues Bauland auszuweisen. Für entsprechenden Schwung sorgt jetzt auch die Zeiss AG. 400 Mio. €. Investitionen und bis zu 1000 neue Arbeitsplätze in Oberkochen ist ein Wort. Zurecht dringt Zeiss deshalb auch darauf, die regionalen Rahmenbedingungen zu verbessern und insbesondere auch für neuen Wohnraum zu sorgen. Denn gewerbliche Erweiterungen in dieser Größenordnung ziehen diesen Schritt zwingend nach sich. Weil wir neben den kleineren Arrondierungsflächen dringend wenigstens ein größeres Wohnbaugebiet brauchen, hat die CDU-Fraktion Ende vergangenen Jahres der Aufnahme des vorderen Wolfertstals zugestimmt, nach dem ihr Vorschlag knapp gescheitert war, das Gebiet Schlackenweg/Kreuz beim interkommunalen Gewerbegebiet zu bevorzugen. Die jetzt vorliegende Fassung tragen wir deshalb uneingeschränkt mit, wohl wissend, dass es noch ein hartes Stück Verhandlungsarbeit geben wird. Sollte das Wolfertstal allerdings scheitern, müsste mit allem Nachdruck Schlackenweg/Kreuz durchgesetzt werden.

Jetzt liegt es an Ihnen, Herr Bürgermeister, mit vereinten Kräften, wobei hier die Unterstützung des Landrats positiv beitragen müsste, auf kürzestem Weg über ein Zielabweichungsverfahren beim Regierungspräsidium zum Erfolg zu kommen. Dies wäre dann der wichtigste Baustein, den freien Fall der Einwohnerzahl in Oberkochen zu bremsen oder sogar aufzuhalten und damit unsere gute Infrastruktur erhalten zu können.

Das Votum der CDU-Fraktion für die jetzige Fassung des Flächennutzungsplans ist einstimmig.

 




Stellungnahme der CDU-Fraktion zur Gründung einer Bürgerstiftung (Gemeinderatssitzung v. 14.3.2011)

Die CDU-Gemeinderatsfraktion unterstützt die Initiative des Bürgermeisters zur Errichtung einer Stiftung zur Förderung kultureller Belange in Oberkochen. Wir begrüßen insbesondere, dass unsere Anregungen aufgegriffen wurden und die Stiftung als Gemeinschaftsstiftung bzw. Bürgerstiftung gegründet werden soll, die Mitstiftungen und Zustiftungen von Bürgern und Wirtschaftsunternehmen ausdrücklich zu Grunde legt. Wir wissen von anderen Städten, dass Bürger, Unternehmen und Kommune zusammen in Bürgerstiftungen einiges auf die Beine gestellt haben, wobei so nebenbei der Gemeinschaftsgedanke wesentlich gestärkt werden konnte. Eine Bürgerstiftung sollte auf einer möglichst breiten Grundlage von Stiftern stehen, was allerdings erst über einen längeren Zeitraum wachsen kann. Deshalb begrüßen wir auch Ihren öffentlichen Aufruf, Herr Bürgermeister, zur Findung von Mitstiftern bzw. Zustiftern. Ob dies erfolgreich sein wird, muss man abwarten, dafür ist die Zeit noch zu kurz. Eine professionelle Darstellung bzw. eine weitere permanente Werbung dafür in der Presse, in Broschüren, im Internet oder in persönlichen Gesprächen ist dafür unabdingbar.

Auch die vorgesehene Grundeinlage der Stadt zum Anschub der Bürgerstiftung mit 1 Mio. € wird von der CDU-Fraktion mitgetragen, selbst wenn sie in dieser Höhe die Grundeinlagen großer Kreisstädte um ein Vielfaches übersteigt.

Gegen die Absicht, als mittel- bzw. längerfristiges Ziel das Stiftungskapital auf 5 Mio. € aufstocken zu wollen, ist von unserer Seite insofern nichts einzuwenden, als private Zustiftungen und Zinssteigerungen zu berücksichtigen sind und Steuermittel dafür nur nach Entscheidung des Gemeinderats im Rahmen seines Haushaltsrechts verwendet werden dürfen. Der Gemeinderat wird diese Aufgabe aus der jeweiligen finanziellen Situation heraus verantwortungsbewusst wahrnehmen. Den Vorbehalt, dass vorher Überschüsse bei den jeweiligen Jahresrechnungen erzielt sein müssen und keine Mittel aus Rücklagen entnommen werden dürfen, bzw. keine anderen kommunalen Aufgaben eingeschränkt oder zurückgestellt werden dürfen, sehen wir als selbstverständliche Voraussetzung. Wir haben nun mit dem ausgearbeiteten Stiftungsstatut und weiteren wichtigen Informationen die geforderten Grundlagen für eine fundierte Beratung und Entscheidung und gehen davon aus, dass nach unserer heutigen Entscheidung und einer Genehmigung durch die Stiftungsbehörde eine detaillierte Konzeption über die Verwendung der Stiftungserträge folgt.

Wir hoffen und wünschen, dass diese Bürgerstiftung auch beim Bürger ankommt, dass sie erfolgreich arbeitet und dass sich unsere Unternehmen aber auch viele einzelne Bürger an dieser Stiftung beteiligen werden. Jeder ist hier aufs Herzlichste willkommen. Die CDU-Fraktion stimmt der Gründung mehrheitlich zu.

 

Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender



Haushaltsrede des Fraktionsvorsitzenden, Franz Uhl, zum Haushaltsjahr 2011

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Traub, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats!

Überraschend schnell hat es Deutschland offensichtlich geschafft, aus der Wirtschaftskrise herauszufinden, ja sogar zur Wachstumslokomotive in Europa zu werden. Im Schlepptau dieser positiven Entwicklung kann nun zum ersten Mal seit rund 20 Jahren ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen unter die Dreimillionengrenze verzeichnet werden. Das ist mehr als erfreulich und darf deshalb auch einmal ganz besonders herausgestellt werden.

Dass unsere Stadt Oberkochen von dieser Entwicklung ebenfalls in besonderer Weise profitieren kann, ist in erster Linie unseren Weltfirmen Zeiss und Leitz zu verdanken, die sich zurzeit am Weltmarkt hervorragend positionieren und mit ihrem Steueraufkommen dafür sorgen, dass man in Oberkochen zumindest in finanzieller Hinsicht sichtlich aufatmen kann. Ihnen, sowie allen anderen Gewerbesteuerzahlern unserer Stadt, gilt deshalb gleich zu Anfang unser Dank für ihre erfolgreichen und zukunftsorientierten Unternehmensstrategien. Dank aber auch unseren Bundes- und Landespolitikern für ein gelungenes Krisenmanagement, in dem durch die Schaffung Ziel führender Rahmenbedingungen, wie abgestimmter Konjunkturprogramme und flexibler Kurzarbeitsbedingungen wesentliche Grundlangen zu einer raschen Krisenbewältigung gelegt werden konnten.

Finanzen

Wir sind heute dabei, mit 74,1 Mio. € den mit Abstand größten Haushalt der Oberkochener Geschichte zu verabschieden. Die Stadt hat keine Schulden mehr und die begründete Aussicht, trotz erheblicher Investitionsvorhaben auch in den nächsten beiden Jahren keine machen zu müssen. Außerdem können für die nächsten Jahre wieder Zuführungsraten an den Vermögenshaushalt eingeplant werden. Das lässt Freude aufkommen. Deshalb hat der Gemeinderat auch mit großer Mehrheit beschlossen, die Grundsteuern deutlich zu senken, was allen Bürgern, ob Mietern oder Eigentümern in gleicher Weise zugute kommt. Obwohl der Oberkochener Hebesatz für die Gewerbesteuer unterdurchschnittlich ist, sollte sich im Gremium auch bald eine Mehrheit für eine moderate Senkung finden, um Oberkochen so als steuerfreundlichen Gewerbestandort zu stärken. Weil wir das gesellschaftliche Engagement insbesondere unserer Großfirmen kennen, bedarf es keiner ausgeprägten Fantasie, dass ein solches Entgegenkommen sich für die Stadt als gewinnbringend erweisen dürfte. Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings, nämlich dass rund 70 % des Gewerbesteuer- aufkommens zeitverzögert als Umlage an Bund, Land und Kreis wieder abfließen. Dafür müssen gewaltige Rücklagen gebildet werden. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es unserem Stadtkämmerer gelungen ist, durch geschicktes Vorgehen weitere 280.000 € aus dem Konjunkturprogramm an Land zu ziehen. Dafür, Herr Seimetz, heute ein Sonderlob. Trotz alledem, das lehrt uns die Vergangenheit, sind wir in den „fetten“ Jahren immer richtig beraten, wenn wir auf dem Boden bleiben und die Konjunkturzyklen gut im Auge behalten.

Bei aller Freude und Erleichterung über den gegenwärtigen Steuersegen, Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, bleiben uns aber zwei kritische Problembereiche, die gewaltig drücken und intelligente Lösungen erforderlich machen:

Der Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten der Stadt beinhaltet, hat mit 46,6 Mio. € eine für unsere Verhältnisse Schwindel erregende Höhe erreicht, die auf Dauer, da braucht man kein Prophet zu sein, nicht haltbar sein wird. Eine nachhaltige Lösung dieses Problems kann unserer Meinung nach nur erreicht werden, wenn einerseits durch vorausschauende konzeptionelle Planung klare Handlungsstrukturen festgelegt werden, die die Aufwendungen auch längerfristig in vertretbarem Rahmen halten und andererseits entsprechende Rücklagen auch zum Ausgleich der konjunkturellen Schwankungen gebildet werden. Außerplanmäßige Ausgaben müssen die Ausnahme bleiben. Die Prioritätenliste, sowie die Einführung eines Facility Managements zum langfristigen Erhalt städtischer Immobilien deuten dabei in die richtige Richtung. Das größte Problem aber, das uns in den nächsten Jahren beschäftigen und äußerste Kraftanstrengung abverlangen wird, ist der weit über dem Landesdurchschnitt liegende Einwohnerrückgang.

Fortschreibung Flächennutzungsplan

Oberkochen hatte 1996 noch 8600 Einwohner. Mittlerweile hat die Stadt über 800 Einwohner verloren, was ziemlich genau 10% entspricht und zwar im gleichen Zeitraum, in der die umliegenden Gemeinden im Durchschnitt 7% zugelegt haben, ausgenommen Königsbronn und die Kernstadt von Aalen. Dieser weit überdurchschnittliche Rückgang hat sich in Oberkochen in den letzten fünf Jahren noch erheblich verschärft und ist alleine durch die Schließung von Baulücken oder kleineren Arrondierungsmaßnahmen nicht mehr zu bremsen. Fakt ist, dass die meisten Leerstände, ob zum Kauf oder zur Miete angeboten, nach angemessener Zeit wieder belegt sind, nur, dass dort statt fünf oder sechs Personen jetzt noch eine oder zwei wohnen. An diesem erhöhten Platzbedarf liegt im Wesentlichen nach wie vor das Problem. Echte Ladenhüter gibt es im Wohnbereich nicht, ganz im Gegensatz zu Einzelhandelslokalitäten, wo der Kaufkraftverlust deutlich sichtbar wird. Urteilt man nach den Stellungnahmen der sog. Träger öffentlicher Belange, wäre in Oberkochen fast überhaupt nichts mehr möglich. Natur- und Landschaftsschutz haben, aus gutem Grund, ein sehr hohes Gewicht. Der Mensch als Teil der Natur, mit seinen berechtigten Kultur- und Siedlungsinteressen aber auch, vor allem wenn es so steil bergab geht wie bei uns. Beim Tiersteinhang wurde bereits vor Jahren dem Naturschutz der Tribut gezollt, wobei damit eine weitgehende Lösung unseres Wohnraumproblems verhindert wurde. Dass wir nun beim neuerlichen Planentwurf weitere Flächen herausgenommen haben, sehen wir als ein Kompromissangebot der Stadt an die Genehmigungsbehörden. Dieses Entgegenkommen wird noch dadurch unterstrichen, dass wir mit einer Gesamtfläche an geplanten Wohn- und Mischgebieten von 22,77 ha um rund 5 ha unter der behördlich genehmigungsfähigen Fläche bleiben. Sollte deshalb z.B. beim Wolfertstal kein Durchbruch erzielt werden können, muss unter allen Umständen als Ersatz auf dem Gebiet Schlackenweg/Kreuz bestanden werden, wenn wir nicht weiterhin mit dem Rücken zur Wand stehen wollen.

Die CDU-Fraktion kämpft nun schon seit über zehn Jahren. Leider ist es bislang nur sehr zäh vorangegangen. Wir müssen jetzt alles auf eine Karte setzen, um die Bereitstellung von günstigem Wohnraum insbesondere für junge Familien voranzubringen, damit der Erhalt unserer Bevölkerung, unserer Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen auf Dauer gesichert und Einzelhandel und Gewerbe nicht weiter ausbluten. Durch unsere hohe Einpendlerzahl haben wir dazu eine einmalige Chance. Nutzen wir sie mit Nachdruck, bevor der Zug ganz abfährt. Wegen der existenziellen Bedeutung für die Zukunft unserer Stadt richten wir an Sie, Herr Bürgermeister, die dringende Bitte, dass der Gemeinderat über aktuelle Entwicklungen im Verlauf des Fortschreibungsverfahrens jeweils zeitnah informiert wird.

Stadtentwicklung/Innenstadterneuerung

Den Schwung nutzen und in der Stadt was bewegen“, Ihr Zitat, Herr Bürgermeister, anlässlich des Neujahrsempfangs, spricht uns aus dem Herzen. Neben der Bereitstellung von Wohnbaumöglichkeiten ist für die sinnvolle Weiterentwicklung unserer Stadt Oberkochen auch die Innenstadterneuerung unumgänglich geworden. Wir registrieren daher mit Genugtuung aber auch mit großer Erleichterung, dass der Gemeinderat unserem Antrag zugestimmt hat, die Innenstadt zu sanieren und großzügig zu modernisieren. Diese längst überfällige Maßnahme muss zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung und optischen Aufwertung führen, die Handel und Gewerbe stärkt, die Einwohnerentwicklung in Verbindung mit neuen Wohnbaumöglichkeiten positiv beeinflusst, dem Sitz zweier Weltfirmen gerecht wird und den Menschen einen angenehmen Aufenthaltsort bietet. Da die Sanierungsmaßnahme gemäß Beschluss fristgerecht im nächsten und übernächsten Jahr durchgeführt werden soll, legen wir großen Wert darauf, dass die Planungen in diesem Jahr rechtzeitig in Angriff genommen werden. Zur Innenstadtentwicklung gehört auch, dass das Gebiet zwischen Bahnhofstraße und Stadtbibliothek verstärkt im Blick behalten wird, um neben dem in diesem Jahr neu zu gestaltenden Rathausplatz einen weiteren attraktiven Mittelpunkt verwirklichen zu können. Einen überdurchschnittlichen Einsatz der Bauverwaltung erfordert derzeit sicher auch die Rathaussanierung. Dafür ebenfalls ein Sonderlob, Ihnen Herr Thalheimer, sowie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauamtes.

Schneller als zunächst angenommen, wurden wir mit der Sanierung des Wirtschaftsgebäudes des Mühlenensembles konfrontiert, da der dortige Dachstuhl stark einsturzgefährdet ist. Die gute Arbeit des Mühlenvereins, für die wir an dieser Stelle herzlich danken, die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, auch der Weihnachtsmarkt zeigen interessante und sinnvolle Perspektiven, die für eine in Wertsetzung dieses Quartiers sprechen. Dabei ist die CDU-Fraktion wie die Stadtverwaltung der Meinung, dass hier genau geprüft werden muss, ob es lohnt, das Wirtschaftsgebäude noch zu sanieren oder ob es durch ein Neues ersetzt werden könnte. Abriss und Neubau des sog.„alten Schwesternhauses“ haben gezeigt, dass es durchaus andere brauchbare Gestaltungsmöglichkeiten gibt, die obendrein finanziell günstiger sein können.

Interkommunales Gewerbegebiet

Erfreulich ist die Tatsache, dass das Interkommunale Gewerbegebiet im Süden unserer Stadt nun fast vollständig verkauft bzw. optional gebunden ist, wodurch unser Partner, die Nachbargemeinde Königsbronn, nun auch zum ersten Mal erheblich profitieren kann.

Damit ist die Sorge, dass Carl Zeiss einen großen Teil seiner Produktion nach auswärts verlagert bzw. den Standort Oberkochen ganz aufgeben könnte, gebannt. Dies ist vor allem den weitsichtigen Entscheidungen des Gemeinderats vor gut zehn Jahren zu verdanken. Auch wenn es mittlerweile schon sehr spät ist, hoffen wir, in der Wohnbaulanderschließung einmal auf ähnliche Erfolge zurückblicken zu können. Der Vorschlag von Ihnen, Herr Bürgermeister, das Gewerbegebiet Richtung Norden zu verlängern, findet unsere volle Zustimmung, da sonst für weitere Ansiedlungen oder Umsiedlungen künftig nichts mehr zur Verfügung steht.

Der neu geplante Kreisel bei der Südrampe wird voraussichtlich zu einer wesentlichen Entschärfung der dortigen Verkehrssituation auch in Bezug auf die B 19 führen.

Bildung/Betreuung/Schulen

Dass Oberkochen bei der Bildung und Betreuung seiner Kinder nicht kleckert sondern klotzt, ist an den immensen Investitionssummen in diesem Bereich zu erkennen. Die im vergangenen Jahr im Kinderhaus und dem Kindergarten St. Michael geschaffenen Krippenplätze erfüllen bereits heute das ab 2013 geforderte Soll. Im Schulbereich ist durch die Kooperation mit der Nachbargemeinde Königsbronn eine Bindung der Werkrealschule an den Standort Oberkochen gelungen. Jetzt muss durch günstige Rahmenbedingungen darauf geachtet werden, dass dieser Standort gesichert wird. Unser Antrag, die vor fünf Jahren aufgrund der damaligen Haushaltslage erfolgte Kürzung der Sachkostenbeiträge an die Schulen wieder zurückzunehmen, ist ein kleiner aber wichtiger Schritt in diese Richtung. Durch die gesellschaftlichen Entwicklungen bzw. Fehlentwicklungen nimmt die Schulsozialarbeit eine immer bedeutendere Stellung ein. Die von der SPD-Fraktion beantragte Aufstockung der bereits bestehenden halben Caritas-Stelle zu einer vollen muss genau geprüft werden. Wir erachten hier eine Konzeption für wichtig, die auch Präventionsmaßnahmen, z.B. im Bereich

Gewalt“ allgemein und „Sexuellen Missbrauch“ im Besonderen schon im Grundschulalter einbezieht. Zum Ausgleich dieser immens wichtigen Arbeit sehen wir durchaus Einsparmöglichkeiten an anderen noch zu benennenden Stellen. Bei der im sog. Bildungshaus verfolgten durchgängigen Bildung vom 3. bis zum 10. Lebensjahr, die sich gegenwärtig im Land in der Erprobung befindet und Kindergarten- und Grundschulzeit umfasst, sollten die Erfolg versprechenden Teile für die individuellen Oberkochener Verhältnisse übernommen werden. Weitere Vorhaben im Bereich Betreuung/Schulen werden von der Entwicklung der Kinderzahlen bzw. den Entwicklungen im Sonderschul- bzw. Grundschulbereich in Bezug auf die UN-Konvention Art. 24 abhängen. Die sog. „Inklusion“ wird in den nächsten Jahren zu erheblichen strukturellen Veränderungen in diesen Bereichen führen, die auch für die Stadt als Schulträger für Zukunftsplanungen nicht unerheblich sein werden. Das sog. Netzwerk Integration, das von Stadtamtsrat Hausmann so erfolgreich gemanagt wird, hat sich etabliert und läuft richtig gut, wie man den Presseveröffentlichungen immer wieder entnehmen kann.

Altenbetreuung/Altersgerechte Wohnungen/Trauerfeierhalle

Wiederum gilt wie jedes Jahr unser herzlicher Dank auch allen, die sich um eine anspruchsvolle Betreuung unserer betagten Einwohner verdient machen. Das gilt für die Profis des DRK genauso wie für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Bereich des Fördervereins.

Wir freuen uns, dass in diesem und in den kommenden Jahren die Mittel bereitstehen, unsere recht in die Jahre gekommenen Altenwohngebäude sanieren und modernisieren zu können. Im Jägergässle wird begonnen, die weiteren Gebäude werden zügig folgen. Bedauerlich ist, dass durch die Verzögerung der Erschließungsmaßnahmen im „Stahlacker“ auf 2013 die dort geplanten „Altengerechten Wohnungen“ sich ebenfalls verzögern. Die Nachfrage ist groß.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Tod gehört zum Leben. Deshalb sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Neugestaltung der Trauerfeierhalle und der Aufbahrungsräume auf dem Städt. Friedhof bereits in diesem Jahr mit einem geplanten Aufwand von 350.000 € in Angriff genommen werden kann. Nachdem nun in Bälde das dritte Kolumbarium seiner Bestimmung übergeben wird, sind wir der Meinung, dass bei dem reichlich vorhandenen Platz auf dem Friedhof künftig so schnell kein weiteres Kolumbarium mehr vonnöten sein wird.

 

Jugend/Kultur/Sport

Viele Oberkochener Vereine betreiben eine hervorragende Jugendarbeit auf ehrenamtlicher Basis. Diese wertvolle Arbeit an den jungen Menschen unserer Stadt verdient Respekt und Anerkennung. Unser Antrag, die Zuschüsse der Stadt zur Jugendförderung in diesem Jahr um 10% zu erhöhen, soll als weiteres Zeichen unserer Wertschätzung dieser Arbeit verstanden werden. Manfred Rommel hat einmal gesagt: „Jugendarbeit ist ein im Namen des Fortschritts unternommener Versuch, durch Einsatz von Steuermitteln die Schäden abzumildern, die durch die im Namen des Fortschritts erfolgte Auflösung familiärer, sozialer und ethischer Bindungen entstanden ist.“ Das ist Fakt und deshalb ist die von der Caritas geleistete offene Jugendarbeit heute ein nicht mehr weg zu denkender Beitrag zur sozialen Integration. Die Container am Bahnhof sind altersschwach und haben ausgedient. Soll die Kinder- und Jugendarbeit der Caritas auf dem bestehenden hohen Niveau weitergeführt werden, was wir uns wünschen, sind neue Räumlichkeiten vonnöten, die wir uns z.B. im alten Postgebäude durchaus vorstellen können. Das müsste hierfür allerdings erst entsprechend auf Vordermann“ gebracht werden. Wir halten es für zumutbar, dass bis zur Klärung der dortigen Verhältnisse die Container ihren Zweck noch erfüllen.

Viele Vereine unserer Stadt leisten eine hervorragende kulturelle Arbeit auf hohem Niveau. Allerdings muss diese Arbeit eine Ergänzung erfahren in Bereichen, die noch unterrepräsentiert sind. Dafür stellt der Gemeinderat für 2011 einen Betrag von 100.000 € aus dem städt. Haushalt für Kulturarbeit zur Verfügung, der sich im Verhältnis 4 zu 6 in Personal und Sachkosten aufteilt. Eine von Ihnen, Herr Bürgermeister, ins Gespräch gebrachte Kulturstiftung findet bei der CDU-Fraktion durchaus Anklang, dafür aber 5 Mio. € auf Dauer aus dem städt. Haushalt in eine Stiftung auszulagern, lediglich um die kulturellen Aufwendungen konjunkturunabhängiger zu machen, halten wir für eine Nummer zu groß. Schließlich müssen andere wichtige Haushaltsstellen auch konjunkturabhängig disponiert werden. Allerdings könnten wir uns eine Gemeinschaftsstiftung durchaus vorstellen, bei der ein größerer Teil des Kapitals von außerhalb eingebracht wird. Wir könnten uns z. B. gut vorstellen und das vielfältige kulturelle Engagement unserer Großfirmen scheint dies zu belegen, dass seitens der Privatwirtschaft auch Interesse und Bereitschaft bestünde, sich in eine solche Kulturstiftung einzubringen. Auf jeden Fall müsste dazu Gelegenheit gegeben werden. Dies würde nicht nur die Verbundenheit stärken, sondern zu einer klassischen „win-win“ Situation führen. Wenn auf diese Weise die Hälfte des angestrebten Stiftungskapitals zusammenkäme, könnte mit der im Haushalt verbleibenden Hälfte alleine aus den Zinsen z.B. eine ganze Stelle für die Schulsozialarbeit finanziert werden, ohne dass der Mehrwert für die Kulturarbeit auch nur einen € eingeschränkt würde. Wir sollten deshalb nichts über’s Knie brechen, sondern in Gesprächen Möglichkeiten ausloten, sowie durch detaillierte Information und Vorberatung eine fundierte Grundlage für diese wichtige Entscheidung schaffen.

Energie/Stromversorgung

Die öffentlichen Einrichtungen der Stadt Oberkochen werden auf Beschluss des Gemeinderats künftig vollständig mit elektrischem Strom aus erneuerbarer Energie versorgt. Das ist zukunftsweisend. Geothermie beim Kinderhaus, Kraft-Wärme-Kopplung beim Rathaus und Rathaushotel, sowie die Beteiligung der Geo an der Naturenergie Ostalb weisen in dieselbe Richtung. Auch die Beteiligung der Geo an der Klärschlammtrocknung im Ellert sehen wir als wegweisend. Allerdings bedarf es hier noch einiger Überzeugungsarbeit der Landkreisverwaltung für eine Beteiligung weiterer Gemeinden des Ostalbkreises. Schade ist, dass hier einige, aus ganz unverständlichen Gründen, noch nicht mitziehen wollen. Das Stromnetz der Stadt steht nach Ablauf des Konzessionsvertrags im nächsten Jahr zur Disposition. Durch einen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat die Stadtverwaltung ermächtigt, die Verhandlungen für eine Stromnetzübernahme von der ODR ins städtische Eigentum bzw. ins Eigentum eines städt. Eigenbetriebs zu führen. Die CDU-Fraktion stimmte dieser Entscheidung unter dem Vorbehalt zu, dass eine solche Stromnetzübernahme keine wirtschaftlichen Nachteile für die Stadt bringen darf. Die endgültige Entscheidung darüber steht noch aus. Eine pfiffige Idee finden wir die Möglichkeit genossenschaftlicher Beteiligung interessierter Bürger an erneuerbaren Energien, wie sie in unserer Nachbarstadt Aalen vor kurzem ins Leben gerufen wurde. Die Stadtverwaltung sollte prüfen, inwieweit dies für Oberkochen Sinn machen würde, wobei auch Formen der Kooperation denkbar wären.

 

Zusammenfassung und Dank

Meine sehr geehrten Damen und Herren, Dank der schnellen Erholung unserer am Ort ansässigen Großunternehmen von der weltweiten Wirtschaftskrise bleibt die Stadt Oberkochen trotz erheblicher Investitionen auch im kommenden Jahr schuldenfrei und verabschiedet heute wiederum einen Rekordhaushalt. Trotz dieser doch sehr beruhigenden Fakten müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, die beiden größten Problembereiche Verwaltungshaushalt und Einwohnerschwund in den Griff zu bekommen. Aber auch hier haben wir allen Grund zum Optimismus, wie ihn Goethe einst beschrieben hat: „Hebt mich das Glück, so bin ich froh und sing in dulci jubilo, senkt sich das Rad und quetscht mich nieder, so denk ich, nun, es hebt sich wieder“. Von alleine wird sich’s allerdings nicht heben. Eine vorausschauende, konzeptionelle Planung und klare Handlungsstruktur, eine nachdrückliche und zügige Vorgehensweise bei der Fortschreibung des Flächennutzungs-plans, sowie eine zukunftsorientierte Innenstadtentwicklung bzw. -modernisierung werden die notwendige Kehrtwendung einläuten, dessen sind wir uns sicher. Bildung und Jugendarbeit, aber auch die richtige Weichenstellung für die anstehenden Energiefragen und die Kulturförderung, sowie Sanierungsmaßnahmen im Hochbau und Straßenbereich werden im Fokus des neuen Haushaltsjahres stehen.

Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, „Danke ist ein Wort wie Blumen. Es öffnet die Herzen“, sagt ein altes Sprichwort. Schon alleine deshalb danken wir an dieser Stelle ganz besonders allen, die dazu beigetragen haben, dass wir heute dieses Planwerk verabschieden können. Ihnen, Herr Bürgermeister Traub, den Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, sowie allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wobei ich namentlich die Geschäftsbereichsleiter, Herrn Hausmann, Herrn Rühle, Herrn Seimetz und Herrn Thalheimer (in alphabetischer Reihenfolge) noch einmal besonders erwähnen möchte. In den Dank eingeschlossen sind die Männer und Frauen der „Freiwilligen Feuerwehr“ und des „Deutschen Roten Kreuzes“, sowie alle ehrenamtlich Tätigen in unserer Stadt. Unser Dank gilt vor allem aber auch unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe, sowie Bund und Land für die steuerlichen Zuwendungen bzw. Zuschüsse. Ein Dankeschön auch Herrn Schell und Herrn Ostowski für die objektive Presseberichterstattung.

In Erwartung einer weiteren guten und konstruktiven Zusammenarbeit im Gemeinderat stimmt die CDU-Fraktion dem Haushaltsplan 2011 in der vorliegenden Fassung zu.

Franz Uhl

 









Die CDU-Fraktion stellte während der Haushaltsberatung für 2011 in der Gemeinderatssitzung vom 22.12.2010 folgende drei Anträge, denen vom Gemeinderat einstimmig entsprochen wurde.

 

Antrag 1
Die CDU-Fraktion beantragt einen Gemeinderatsbeschluss darüber, die hervorragende Jugendarbeit der Oberkochener Vereine dadurch zu honorieren, dass für das Haushaltsjahr 2011 der Zuschuss für die Jugendarbeit um 10% erhöht ausbezahlt wird.

Begründung:
Viele Oberkochener Vereine betreiben eine hervorragende Jugendarbeit auf ehrenamtlicher Basis. Diese wertvolle Arbeit an den jungen Menschen unserer Stadt verdient Respekt und Anerkennung. Wir sehen in dem erhöhten Zuschuss einen Bonus, der die Motivation der ehrenamtlich Tätigen stärkt und bei entsprechender Haushaltslage von Zeit zu Zeit gewährt werden kann.

Antrag 2

Die CDU-Fraktion beantragt einen Gemeinderatsbeschluss darüber, die 2005 eingeführte 10%ige Kürzung der Sachkostenbeiträge für die Schulen vom Haushaltsjahr 2011 bis auf weiteres auszusetzen.

Begründung:

Aufgrund der damaligen Haushaltslage wurde vor fünf Jahren der Sachkostenbeitrag für die Schulen um 10% gekürzt. Zwischenzeitlich führen sinkende Schülerzahlen automatisch zu immer geringeren Zuweisungen an die Schulen. Da andererseits im Zuge der geforderten Qualitätsentwicklung nicht nur die Arbeitsbelastung der Lehrerkollegien und Schulsekretariate sogar noch deutlich zunimmt, sondern auch die Lehrmittel, insbesondere die neuen Medien einen immer breiteren Raum einnehmen, stoßen die Schulen zunehmend an die Grenzen des Zumutbaren. Wir schlagen deshalb vor, aufgrund der zurzeit wesentlich besseren Haushaltssituation, den Schulen durch die Rücknahme der 10%igen Kürzung bis auf weiteres etwas Luft zu verschaffen, wohl wissend, dass bei evtl. notwendig werdenden Kürzungen auch die Schulen wieder ihren Beitrag leisten werden.

Antrag 3

Die CDU-Fraktion beantragt einen Gemeinderatsbeschluss darüber, den im Investitionsplan für das Haushaltsjahr 2011 unter 7800.5100 eingestellten Betrag zur Sanierung der Feldwege, deutlich zu erhöhen.

Der eingestellte Betrag soll von 20.000 Euro auf 50.000 Euro erhöht werden.

Begründung:

Der Feldweg im Langert zum Wasserhäusle und zum Eichertbrünnele Richtung Essingen ist teilweise in einem so schlechten Zustand, dass er eine Gefahr für Radfahrer und Fußgänger darstellt.

Er darf nicht mehr geflickt werden, sondern besonders schlechte Abschnitte sind komplett neu zu asphaltieren analog der Vorgehensweise des Haushaltsjahres 2010, in welchem auch 50.000 Euro eingestellt waren.

Wünschenswert wäre eine komplette Erneuerung bis zum Eichertbrünnele.

 


 



 


 

 

 

 


Stellungnahme der CDU-Gemeinderatsfraktion zum Beschluss des Flächennutzungsplanentwurfs in der Gemeinderatssitzung vom 6. 12. 2010

 

Die Einwohnerzahl Oberkochens befindet sich im „freien Fall“. Ich muss mich so drastisch ausdrücken, Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, weil die Entwicklung mehr als beunruhigend ist. Nach 8600 Einwohnern mit leichten Schwankungen bis 1995 ging es von da an nur noch bergab. Heute hat die Stadt gerade noch 7800, ein Rückgang von nahezu 10% innerhalb von 15 Jahren. Dabei ist seit etwa fünf Jahren eine rasante Beschleunigung des Rückgangs zu beobachten. Andererseits ist festzustellen, dass die Einwohnerzahlen aller Gemeinden um uns herum, wie etwa Essingen, Hüttlingen, Abtsgmünd, Westhausen, Lauchheim, Mögglingen, Böbingen im gleichen Zeitraum im Schnitt um 7,5% zugelegt haben. Da muss man sich doch die Frage stellen, warum verlieren nur wir so dramatisch. Bei einer ähnlichen Situation in Aalen oder Schwäb. Gmünd oder jeder anderen Gemeinde und das behaupten nicht nur wir, wäre dort längst Alarmstufe „Eins“ ausgerufen. Und das ist verständlich. Wäre das damals recht umkämpfte Spitztal nicht erschlossen worden, wären’s jetzt noch mal 500-600 Einwohner weniger. Wir liegen in einer wunderbaren Landschaft, haben bald mehr Arbeitsplätze als Einwohner, eine hervorragend ausgebaute und mit hohem Aufwand sanierte Infrastruktur, 5-6000 Menschen, die täglich zur Arbeit einpendeln müssen, allein es fehlt an dem, was viele andere Gemeinden vorrangig behandeln: Siedlungsmöglichkeiten insbesondere für junge Familien.

Es kann schon sein, dass Oberkochen aufgrund seiner Nachkriegsentwicklung eine gewisse Sonderstellung einnimmt. Umso intensiver aber muss dann auch reagiert werden, wenn sich die Entwicklung von der „Stadt zum Dorf“ nicht weiter fortsetzen soll. Bereits in der Haushaltsrede der CDU-Fraktion im Jahr 2000 ist ausgeführt, ich zitiere: „Nur mit attraktiven Wohngebieten können wir… vor allem jungen Familien mit Kindern hier in Oberkochen eine Bleibe sichern. Und wir warnen davor, zuzusehen, wie besonders die junge Generation die Wohn- und Industriestadt Oberkochen verlässt“. Diese Warnung war seither Gegenstand jeder unserer Haushaltsreden. Unser Stadtkämmerer, Herr Seimetz, hat dieses Problem 2001 in seiner Erläuterung zum Haushalt aufgegriffen, in dem er ausführte, ich zitiere: „Die Erschließung des Gewerbegebiets Süd und des gemeinsamen Gewerbegebiets mit Königsbronn ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft Oberkochens….Flankierend zur Ausweisung des Gewerbegebiets sollte daher die Ausweisung von Wohngebieten erfolgen. Die erhofften Arbeitsplätze bedürfen auch eines zunehmenden Angebotes an Bauplätzen“ (Zitatende).

Wasseralfingen will Bauland erschließen“, titelt die Schwäb. Post am 14.10.d. J. CDU und SPD drängen darauf, schnell zu handeln. OB Gerlach dazu wörtlich: “Baubürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler hat versprochen, gleichzeitig zum Baulückenkataster die Ausweisung klassischer Bauplätze voranzubringen. Sie werde ihr Versprechen halten, denn es gäbe keinen Grund, Bauwillige in Nachbargemeinden abwandern zu lassen“. Im Artikel „In Ebnat vom Bauboom überrascht“ (Schwäpo v. 1.10.10) räumt Gerlach ein: „Man sei von der Bauwilligkeit überrollt worden. Für’s laufende Jahr sei man in von 20 Bauplätzen ausgegangen, die Nachfrage sei dreimal so hoch“. Unser Einwohnerrückgang wird sich Jahr für Jahr immer negativer auf die Gesamtstruktur unserer Stadt auswirken. Deshalb müssen wir und daran führt kein Weg mehr vorbei, jetzt schnellstens einen Knoten an die Fortschreibung des Flächennutzungsplans bekommen, bevor der Zug vollends abgefahren ist. Der Einwohnerschwund ist mittlerweile so groß, dass alleine Baulücken zu schließen oder nur kleinere Arrondierungen vorzunehmen, das Problem nicht lösen kann. Die meisten Leerstände, ob zum Kauf oder zur Miete angeboten, sind nach angemessener Zeit wieder belegt. Bloß, dass dort statt 5 oder 6 Personen jetzt nur noch 1-2 wohnen. Echte Ladenhüter gibt es kaum und sind deshalb zu vernachlässigen.

Urteilt man nach den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, ist in Oberkochen fast überhaupt nichts mehr möglich. Natur- und Landschaftsschutz haben, aus gutem Grund, ein sehr hohes Gewicht. Der Mensch, als Teil der Natur, mit seinen berechtigten Kultur- und Siedlungsinteressen aber auch. Beim Tiersteinhang wurde bereits vor Jahren dem Naturschutz der Tribut gezollt, wobei nach unserer Meinung hier die beste Lösung des Problems gelegen hätte. Dass wir jetzt weitere Flächen herausnehmen, die im gegenwärtigen Planentwurf nach den Trägern öffentlicher Belange kaum eine Chance hätten, geht von unserer Seite aus in Ordnung. Dieses Entgegenkommen muss aber dadurch einen Ausgleich erfahren, dass Oberkochen an anderer Stelle die Chance zur Siedlungserweiterung bis zur genehmigungsfähigen Wohngebietsgesamtfläche von 27,5 ha bekommt. Es kann nicht angehen, dass eine Stadt dermaßen eingeschränkt wird, dass ihr vor lauter Schutzbestimmungen die Luft zum Atmen genommen wird. Auf eine gewisse Einsicht stößt man mittlerweile, Gott sei Dank, auch bei der Kreis- bzw. Regionalpolitik, wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand. Wir schlagen deshalb vor, mangels echter Alternativen, im Gewann „Schlackenweg“ bzw. „Kreuz“ oder „Krummacker“ gegenüber des Interkommunalen Gewerbegebiets ein Wohnbaugebiet zu verwirklichen. Allerdings ist das Gebiet so zu wählen, dass dabei die Interessen des in diesem Bereich ansässigen landwirtschaftlichen Betriebs gewahrt bleiben. Gewiss wird dies nicht einfach werden, auch weil es im Regionalplan eines Zielabweichungsverfahrens zur Modifizierung des Grünzugs bedarf. Da wir aber mit dem Rücken zur Wand stehen, muss dafür gekämpft werden. Dabei darf es aber in keinem Fall zu einer weiteren Verzögerung des Flächennutzungsplans kommen.

Die CDU-Fraktion ist sich ihrer Verantwortung voll bewusst. Wir haben über 10 Jahre lang Jahr für Jahr auf die Problematik hingewiesen und Vorschläge gemacht. Wir werden nicht mehr locker lassen, bis wir durch die Bereitstellung von günstigem Wohnraum insbesondere für junge Familien den Erhalt unserer Bevölkerung und damit auch den Erhalt unserer Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen sichern können. Durch unsere hohe Einpendlerzahl haben wir dazu eine einmalige Chance, nutzen wir sie, bevor es ganz zu spät ist.

Der Gemeinderat verständigte sich auf ein zügiges Handeln.

Folgende Wohnbauflächen wurden einstimmig in den Flächennutzungsplan aufgenommen:

Im Spitztal“ (1,58 Ha), „Kapellensteige I“, mit einer 2-reihigen Bebauung entlang der Kapellensteige (1,50 Ha), „Südlich des Katzenbachs“ (0,68 ha), „Volkmarsberg II“ (1,47 Ha), „Im Gewann Strick“ (4,01 Ha), „Spitztal Süd-West“ (1,05 ha).

Der Vorschlag der CDU-Fraktion, das Gebiet „Schlackenweg/Kreuz“ (gegenüber des Interkommunalen Gewerbegebiets) mit 8,90 ha aufzunehmen, wurde mit Stimmengleichheit (8 zu 8) bei 2 Enthaltungen abgelehnt.

Dafür wurde das vorher herausgenommene Gebiet „Wolfertstal“ mit 5,23 ha mit Mehrheitsbeschluss wieder in den Flächennutzungsplan aufgenommen, sowie die Gemeindebedarfsfläche „Im Gutenbachtal“ (Vorderes Spitztal) mit 2,23 ha in Wohnbaufläche umgewandelt. Von den behördlich genehmigten 27,5 ha (einschließlich Mischgebiet) werden somit durch den neuen Flächennutzungsplan 22,77 ha abgedeckt.

Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender
07.12.2010






Antrag

Die CDU-Gemeinderatsfraktion beantragt einen Gemeinderatsbeschluss darüber, dass die in der Prioritätenliste von 2012 bis 2015 über vier Jahre verteilte Pflastersanierung und Modernisierung der Innenstadt einschließlich Dreißentalstraße zu einer Baumaßnahme mit Beginn im Frühjahr 2012 zusammengefasst wird. Die Einteilung in einzelne räumliche Abschnitte ist davon unberührt.
 
Begründung:
 
  1. Der vor 20 Jahren verlegte Porphyr Pflasterbelag zerfällt zusehends aus welchen Gründen auch immer. Er weist immer mehr Stolperfallen auf, die eine große Unfallgefahr für Fußgänger darstellen. Außerdem leidet die Attraktivität der Innenstadt darunter erheblich.
  2. Eine sich über 4 Jahre hinziehende Sanierungsmaßnahme würde für die Fußgänger, den Straßenverkehr, aber auch Handel und Gewerbe eine unzumutbar lange und starke Beeinträchtigung darstellen.
  3. Die Sanierung „aus einem Guss“ könnte sich für den Ablauf der Baumaßnahme selbst, aber auch für deren Kosten als vorteilhaft erweisen.
  4. Die in der Prioritätenliste für die Streckung auf vier Jahre verantwortliche Finanzsituation der Stadt würde nach dem neuesten Stand unserer Meinung nach die Komprimierung auf zwei Jahre ohne weiteres zulassen.
 
Der allergrößte Teil der Oberkochener Bevölkerung, vor allem aber immer mehr ältere und behinderte Menschen, ganz besonders auch diejenigen, die auf den Rollstuhl oder andere Gehhilfen angewiesen sind, junge Eltern mit Kinderwagen, Handel und Gewerbe, sowie die Anlieger der Dreißentalstraße wären uns äußerst dankbar, dessen sind wir uns ganz sicher, wenn es uns gelingen würde, im beantragten Sinn baldmöglichst zu sichtbaren und vor allem spürbaren Verbesserungen zu kommen.
 
Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender
 
Dem Antrag wurde mit 16 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen (BGO) vom Gemeinderat entsprochen.
 
 




Stellungnahme zum Punkt Kommunalisierung des Stromnetzes, Gemeinderatsitzung am 27. 9. 2010

 

Gleich zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich feststellen, dass die CDU-Fraktion ganz und gar nichts gegen einen Kauf des Stromnetzes hat, wenn, ja wenn sich darin kein Nachteil für Stadt oder Verbraucher ergibt. Nach eingehender Prüfung stellen wir zur Klarstellung des Sachverhalts zunächst ganz wertfrei fest, dass die Kommunalisierung des Stromnetzes, das sich gegenwärtig im Eigentum der ODR befindet, weder etwas mit Klimaschutz noch mit alternativer Energieerzeugung oder verbesserter Versorgungssicherheit zu tun hat. Das ist alles gesetzlich geregelt und funktioniert auch mit dem Netzeigentümer ODR. Auch Wasser- und Gasversorgung können ohne eigenes Stromnetz eine öffentliche Aufgabe bleiben. Ein Kauf des Stromnetzes durch die Stadt oder eine andere kommunale Einrichtung reduziert sich daher im Wesentlichen auf die Frage, ob Stadt oder Stromverbraucher davon einen wirtschaftlichen Nutzen, zumindest aber keinen Nachteil erleiden. Das kann aber erst geklärt werden, wenn man etwas über die Gestehungs- und Betriebskosten des Stromnetzes weiß. Darüber wissen wir heute allerdings nur, dass sie sich immerhin im Bereich mehrerer Millionen € bewegen sollen. Das ist keine Entscheidungsbasis. Welcher normale Mensch würde sich für ein Haus entscheiden, von dem er weder den Kaufpreis, noch die Sanierungs- oder Modernisierungskosten kennt? Um für die Stadt bzw. letztendlich den Stromverbraucher das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, schlagen wir folgende Vorgehensweise vor:

Heutige Entscheidung über das Ende des Konzessionsvertrags 2012 mit der ODR und fristgerechte Ausschreibung, sowie einen Verhandlungsauftrag für die Stadtverwaltung.

Danach bleiben für die Entscheidung über eine Kommunalisierung nahezu zwei Jahre, während derer in Ruhe folgende weitere Schritte vollzogen werden können:

       1. Prüfung der Ausschreibungsergebnisse

  1. Prüfung des Verkaufs- bzw. Verpachtungsangebots der ODR

  2. Jetzt erst endgültige Entscheidung über eine Kommunalisierung in Form von Kauf, Pacht, Beteiligung oder wie auch immer.

Diese Vorgehensweise würde nicht nur betriebswirtschaftlichen Grundsätzen entsprechen, die hier durchaus angebracht sind, sondern auch die dringend gebotene Transparenz für den Bürger und das Entscheidungsgremium gewährleisten. Alles andere können wir nicht nachvollziehen und ist auch unseren Bürgern nicht vermittelbar.

Die CDU-Fraktion stimmte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu, nachdem Bürgermeister Traub letztlich versichert hatte, dass ein endgültiger Beschluss über einen Kauf des Stromnetzes erst bei Vorlage und nach Prüfung des Angebots gefasst würde. Dies wurde zu Protokoll gegeben.

 

Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender
29.09.2010












Zum Punkt „Ökostrom“ in der Gemeinderatssitzung vom 22.3.2010

 

Bereits in ihrer Haushaltsrede hat die CDU-Fraktion angekündigt, den Antrag von Bündnis 90/Grüne zu befürworten, den städtischen Strombedarf ausschließlich mit Ökostrom zu decken.

Der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung sah zwei Varianten vor, die die volle Ökostrom-Versorgung gewährleisten können:

  1. Den Bezug von Ökostrom mit Neuanlagenquote zum Mehrpreis von ca. 30 000 €/Jahr

und

     2. Den Bezug von Ökostrom ohne Neuanlagenquote zum Mehrpreis von ca. 10 000 €/Jahr

Die CDU-Fraktion hat sich für die wesentlich günstigere Variante 2 ausgesprochen und deshalb der mit den Stimmen von SPD, FBO und Grünen angenommenen Variante 1 nicht zugestimmt.


25.03.2010





Stellungnahme der CDU-Gemeinderatsfraktion zur Kooperation mit der Gemeinde Königsbronn bei der Einrichtung einer Werkrealschule in der Gemeindratssitzung am 22.3.2010.

 

Nach überaus heftigen „Geburtswehen“ der Werkrealschule im Allgemeinen und in Oberkochen im Besonderen, scheinen jetzt alle Zeichen wenigstens auf eine relativ problemlose „Geburt“ hinzudeuten. Obwohl wir keinen Zweifel an einer positiven Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart zum Werkrealschul-Standort Oberkochen haben, haben wir stets auf eine enge Kooperation mit der Gemeinde Königsbronn gesetzt. Dass sich der Gemeinderat von Königsbronn nun dafür ausgesprochen hat, nach dem sog. „Lauchheimer Modell“ mit Oberkochen zusammenarbeiten zu wollen, lässt beide zu Gewinnern werden. Oberkochen kann sich damit nachhaltig den Bestand seiner neuen Werkrealschule und Königsbronn den Erhalt seiner Verbundschule sichern. Nebenbei sei bemerkt, dass wir eine solche Lösung bereits im November in Königsbronn angesprochen haben, noch lange bevor es dann später zum „Lauchheimer Modell“ geworden ist. Grundsätzlich positiv ist in diesem grenzüberschreitenden Fall auch die Möglichkeit einer flexiblen Handhabung des Besuchs der Berufsfachschulen in Aalen und Heidenheim in Klasse 10 zu bewerten. Man darf gespannt sein, wie sich diese Teilung in der Praxis entwickeln wird. Wir werden zudem darauf hinarbeiten müssen, dass auch bei der Schülerbeförderung eine für beide Seiten zufrieden stellende Lösung gefunden wird. Der Vorbehalt eines gemeinsamen Schulbezirks ist sinnvoll. Sollte es dazu kommen, ist aber unbedingt darauf zu achten, dass analog zur Stadt Aalen eine „Einreise“ zwar jederzeit möglich, die „Ausreise“ aber nur per Ausnahmegenehmigung gestattet ist, damit es zu keiner Schieflage kommt. Nach allen uns vorliegenden Erkenntnissen sehen wir eine gute Chance auf Genehmigung dieser Kooperation durch das Regierungspräsidium in Stuttgart. Abschließend stellen wir fest, dass sich konsequentes gemeinsames Handeln immer wieder ausbezahlt und dafür danke ich im Namen der CDU-Fraktion noch einmal allen Beteiligten ganz herzlich. Wir stimmen dem Beschlussvorschlag uneingeschränkt zu.


Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender
Oberkochen, 24.03.2010





Haushaltsrede des CDU-Fraktionsvorsitzenden, Franz Uhl, zum Haushaltsjahr 2010

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Traub, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Mark Twain hat einmal gesagt: “Von jetzt an werde ich nur noch so viel ausgeben, wie ich einnehme, selbst wenn ich dafür Geld borgen muss.“

Man muss zugeben, sie hat sich recht gut angefühlt, die kurze Zeit des steuerlichen Überflusses, die es uns ermöglicht hat, den Sanierungsstau bei Schulen, Kinderhaus, Kläranlage, Straßen und einigem mehr, kräftig abzubauen. Die über Jahrzehnte mitgeschleppte Schuldenlast drückte plötzlich auch nicht mehr und darüber hinaus hatte noch eine stattliche Rücklage angelegt werden können. Traumhafte Aussichten. In einem allgemeinen Zustand der Erleichterung war man sich im Gemeinderat noch vor Jahresfrist einig: Schulden sollten so schnell nicht mehr gemacht werden. Doch das Ende kam jäh.

Mittlerweile hat uns die größte globale Wirtschafts- und Finanzkrise seit Bestehen der Bundesrepublik kalt erwischt und auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeholt. Trotz „Licht am Ende des Tunnels“ wird eine nachhaltige Erholung wohl geraume Zeit dauern. Die Gewerbesteuererwartung beträgt für 2010 noch 5,1 Mio. €. Die Folge: Neue Kreditaufnahmen in Höhe von voraussichtlich 2,6 Mio. € und Verpflichtungsermächtigungen von 2 Mio. € sind nach Auflösung aller verfügbaren Rücklagen notwendig, um die bereits laufenden Investitionen, insbesondere die Rathausrenovierung stemmen zu können. Wahrlich kein Pappenstiel und Mark Twains ironische Bemerkung hat sich auch wieder einmal in Oberkochen als Volltreffer erwiesen.

Finanzen

Heute stehen wir vor der Verabschiedung eines rekordverdächtigen 50,8 Mio. € Etats für das Jahr 2010, umgerechnet 100 Mio. DM. Eine für unsere Verhältnisse gigantische Summe. Und doch ist die Handlungsfähigkeit im Investivbereich erheblich eingeschränkt. Grund dafür ist ein enorm aufgeblähter Verwaltungshaushalt von 31,8 Mio. €, der wiederum nur durch eine so genannte negative Zuführung aus dem Vermögenshaushalt von 12,8 Mio. € ausgeglichen werden kann. Das ist eine schwere Hypothek für die Zukunft, falls sich die Steuerreinnahmen nicht nachhaltig erholen. Wenn aber die Krise zu einer echten Chance werden soll, ist es unumgänglich, den Verwaltungshaushalt auf Dauer so zu konsolidieren, dass daraus wieder Vermögenswerte erwachsen können. Das wird ein dornenreicher Weg, auf dem es nicht bei der Streichung von zwei Webcams bleiben wird. In diese Richtung zielt auch der kürzlich einstimmig angenommene Antrag der CDU-Fraktion, den Zustand der städtischen Baulichkeiten regelmäßig zu überprüfen und dem Gemeinderat jährlich Bericht über die erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen zu geben, bevor wieder exorbitant teure Groß- bzw. Generalsanierungen unumgänglich werden.

Erfreulich ist die Tatsache, dass es trotz der weg gebrochenen Einnahmen gelungen ist, Gebührenerhöhungen sowie Steuererhöhungen im Bereich der Grund- bzw. Gewerbesteuer zu vermeiden, um damit unsere Bürger und Unternehmen nicht noch zusätzlich belasten zu müssen. Allen Grund zum Optimismus liefert auch die Tatsache, dass es mittlerweile bei unseren Großunternehmen wieder erkennbar aufwärts geht. Wir hoffen, dass sich diese positive Tendenz in einer stabilen Entwicklung fortpflanzt, denn hier geht es wahrlich nicht nur um Steuern, sondern um den Erhalt vieler Arbeitsplätze. Für die erfolgreichen Anstrengungen seitens der Industrie, des Handwerks und Gewerbes in dieser schwierigen Zeit danken wir heute den verantwortlichen Vorständen, Geschäftsführern und ihren Mitarbeitern einmal ganz ausdrücklich. Zu einer Konjunkturerholung trägt in diesem Zusammenhang auch die schnelle Reaktion des Bundes und des Landes bei, die durch die Bereitstellung umfangreicher Konjunkturhilfen und Sanierungsprogramme wenigstens bisher das Schlimmste verhindern konnten. Das Ernst-Abbe-Gymnasium, die Gymnasiumsturnhallen-Sanierung, sowie die Rathausrenovierung sind hier die bedeutendsten Beispiele. Der vom Gesetzgeber ermöglichte erweiterte Rahmen für die sog. „Beschränkte Ausschreibung“ bietet zudem die Möglichkeit, ortsansässige Handwerks- und Gewerbebetriebe bei öffentlichen Vergaben verstärkt zu beteiligen. Aufgrund eines einstimmig vom Gemeinderat beschlossenen CDU-Antrags muss dies so weit wie irgend möglich und rechtlich zulässig von der Stadtverwaltung berücksichtigt werden. Dies kommt nicht nur der Stadt über den Rückfluss von Steuern zugute, sondern trägt auch zur Stärkung der Betriebe bei. Geht es unseren Betrieben gut, geht es der Stadt gut.

Entwicklungshilfebeitrag

Positiv erwähnen möchte ich auch, dass der Gemeinderat an seinem, gemessen am Gesamthaushalt allerdings eher symbolischen Beitrag zur Unterstützung von Entwicklungsprojekten in der „Dritten und Vierten Welt“ festhält, damit durch die Vermittlung der beiden Kirchen Menschen unterstützt werden können, die abseits jeglichen Wohlstandes häufig um das nackte Überleben kämpfen und sicher nicht danach fragen, ob diese Hilfe nun Bundes-, Landes-, kommunalen oder privaten Ursprungs ist. In welcher Form dies auch immer geschehen mag, es soll ein Zeichen der Solidarität unserer Stadt sein.

Bildung/Betreuung/Schulen

Dieser Bereich zählt seit Jahren zu Recht zu den Investitionsschwerpunkten unserer Stadt. Gymnasium, Grund- und Hauptschulen sowie Kinderhaus sind auf dem neuesten Stand. Kleinere Vorhaben, wie die Installation einer Lautsprecheranlage zur Erlangung eines Sicherheitsmindeststandards in den Räumlichkeiten der Tiersteinschule, sowie die energetische Optimierung der dortigen Heizung stehen aber noch aus. Der Katholische Kindergarten „St. Michael“ wird zum Jahresende weitere 10 Krippenplätze bereitstellen. Damit ist Oberkochen in der Kinderbetreuung optimal gerüstet. Weitere Vorhaben werden von der Entwicklung der Kinderzahlen und der Schülerzahlen in einzelnen Einrichtungen abhängen. Es gibt sichere Anzeichen dafür, dass es uns gelungen ist, in der Frage der Werkrealschule eine Entscheidung zugunsten unserer Dreißentalschule zu erreichen. Dies nehmen wir mit Freude und Erleichterung auf. Überzeugende Argumente und ein gemeinsames Vorgehen mit einflussreicher Unterstützung haben schließlich den Erfolg gebracht. Dank hierfür gebührt Ihnen, Herr Bürgermeister Traub, für Ihren intensiven Einsatz aber auch denjenigen, die begleitend daran mitgewirkt haben. Nun kommt es darauf an, die neue Werkrealschule in Oberkochen mit Leben zu erfüllen. Äußerst wichtig dabei ist, jetzt mit der Nachbargemeinde Königsbronn gerade hier aber auch im gesamten übrigen Schulbereich weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten und umzusetzen.

Dem neuen Anlauf für ein „Bildungsnetzwerk“ stehen wir positiv gegenüber. Positiv vor allem, weil mit der Akademie für Information und Management, Heilbronn, ein Partner gefunden zu sein scheint, der schon auf ein bewährtes Konzept für unsere Größenordnung zurückgreifen kann. Die enge Zusammenarbeit mit den Kindergarten- und Schulleitungen setzen wir als selbstverständlich voraus. Eine weitere Voraussetzung ist, dass ein vertretbarer Kostenrahmen dafür gefunden wird und dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Altenbetreuung/Altersgerechte Wohnungen/Trauerfeierhalle In der Betreuung seiner älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ist Oberkochen durchaus auf der Höhe der Zeit. Das Altenpflegeheim wird durch das DRK vorbildlich geführt, wofür ich hier einen herzlichen Dank aussprechen möchte. Dank auch für die viele ehrenamtliche Arbeit in diesem Bereich. Eine Lücke in der Versorgung besteht allerdings noch bei zeitgemäßen

altersgerecht ausgebauten Wohnungen. Die Planung solcher Wohnungen im Gebiet „Stahlacker“ ist sehr begrüßenswert. Entsprechende Möglichkeiten sollten zudem bei

den künftigen Maßnahmen der Innenstadtentwicklung ins Auge gefasst werden. Meine Damen und Herren, der Tod gehört zum Leben und deshalb darf ich hier auch die

Trauerfeierhalle ansprechen. Konsens besteht darüber, dass sie dringend einer Überarbeitung bedarf. Wann und in welchem Umfang dies voraussichtlich geschehen soll, werden wir auf unserer Klausurtagung im Frühjahr festlegen, wenn Kostenalternativen vorliegen.

Jugend, Kultur und Sport

Auch in diesem Jahr darf die vorbildliche ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen unserer Stadt nicht unerwähnt bleiben. Nicht nur die Erwachsenen, sondern vor allem auch unsere Kinder und Jugendlichen profitieren in hohem Maße von einem hervorragenden kulturellen und sportlichen Angebot. Dies soll so bleiben. Deshalb haben wir darauf geachtet, dass die Jugendförderung der Vereine auch in schwierigen finanziellen Zeiten voll erhalten geblieben ist. Aber auch die von der Caritas getragene offene Jugendarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration. Der bedauerliche Rückzug des Landkreises aus der Bezuschussung lässt die städtischen Kosten für 2010 auf 85000 € anwachsen, was aufgrund der überzeugenden Arbeit der Caritas noch als vertretbar erscheint. Die Raumfrage ist unserer Meinung nach erst zu klären, wenn die finanzielle Entwicklung abzusehen ist. In jedem Fall bietet sich heute schon an, die Zusammenarbeit von Vereinen, „Offener Jugendarbeit“ und Schulen deutlich zu verstärken, wozu auch das angestrebte Bildungsnetzwerk einen erheblichen Beitrag leisten könnte.

Sicherheit

Meine sehr geehrte Damen und Herren, große Sorge bereitet uns die zunehmende Gewaltbereitschaft junger Menschen gegenüber fremdem Eigentum. Mutwillige Sachbeschädigungen auf öffentlichen Plätzen und Schulparkplätzen, aber auch an Privateigentum kommen in letzter Zeit immer häufiger vor. Entsprechende Beispiele sind hinreichend bekannt. Der Erlass einer Polizeiverordnung als Grundlage für Möglichkeiten des Einschreitens war ein erster Schritt. Weitere konkrete Maßnahmen müssen folgen. An den Schulen laufen Gewaltpräventionsmaßnahmen zum Teil auch in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Die Stadtverwaltung ist gefordert, geeignete Möglichkeiten zur weitgehenden Vermeidung solcher Untaten zu finden, um möglichst schon Anfängen entgegen zu wirken.

Stromversorgung/Erneuerbare Energie

Wenn wir aus Kosten- und Risikogründen auch eine Windparkbeteiligung in der Nordsee abgelehnt haben, wozu wir nach wie vor uneingeschränkt stehen, wünschen wir dieser Sache im Interesse des Allgemeinwohls Erfolg. Derzeit übernehmen viele Kommunen ihre Stromnetze wieder in Eigenregie, viele sollen bis 2012 folgen. Auch wir müssen uns entscheiden. Wir halten es deshalb für dringend geboten, hierüber ein schlüssiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Auch die CDU-Fraktion macht sich für eine sichere und günstige Stromversorgung mit steigendem Anteil an alternativer Energie stark. Aber nur durch die Unterstützung sinnvoller Vorhaben in räumlicher Nähe kann ein unmittelbarer Einfluss auf die Sicherung der Versorgung gewonnen werden. Deshalb kann die GEO bei ihren derzeitigen Bemühungen um solche Beteiligungen voll und ganz mit uns rechnen. Auch Partnerschaften mit Nachbargemeinden müssen hierbei ins Auge gefasst werden. Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, den städtischen Strombedarf sukzessive aus sinnvoll erzeugter alternativer Energie zu decken, entspricht daher ganz unseren Vorstellungen. Dass dies fast kostenneutral möglich ist, zeigt uns die Stadt Nördlingen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, im Folgenden werde ich noch auf zwei Schwerpunkte eingehen, die unserer Meinung nach auch bei der Klausurtagung im Frühjahr

unbedingt angegangen werden müssen. Wenn Ihnen da schon einiges bekannt vorkommt, liegt das sicher nicht daran, dass uns nichts Neues mehr einfallen würde, sondern allein daran, dass die von uns bislang schon aufgezeigten elementaren Gesichtspunkte für die

Weiterentwicklung unserer Stadt noch nicht hinreichend zum Zuge gekommen sind. Die Erwähnung des Antrags der CDU-Fraktion zur Modernisierung der Innenstadt aus 2006 und

Folgejahren durch Sie, Herr Bürgermeister Traub in Ihrer Haushaltsrede, erbringt den Beweis, dass „steter Tropfen“ tatsächlich den „Stein höhlt“, Gott sei Dank.

Innenstadterneuerung

Seit über drei Jahren drängt die CDU-Fraktion nämlich darauf, den Innenstadtbereich durch gezielte Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen aufzuwerten. Dies ist nicht nur im Zusammenhang als Sitzgemeinde zweier Weltfirmen zu sehen, sondern zielt ganz besonders auf die Stärkung des Einzelhandels und die absolut negative Einwohnerentwicklung ab. Zuzugsentscheidungen, so weiß man heute, hängen weitgehend auch mit dem Gepräge und Erscheinungsbild einer Stadt eng zusammen. Deshalb ist die Attraktivgestaltung der Innenstadt ein Gebot der Stunde. Die Rückverlagerung des Rathauses in die Innenstadt hätte hierfür entscheidende Impulse geben können. Neue Perspektiven ergeben sich jetzt durch ein Insolvenzverfahren bei den Gebäuden Heidenheimer Str. 5 und 7. Ein Direkterwerb von der Bank kommt für die CDU-Fraktion jedoch nur dann in Frage, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen, was bisher noch nicht in ausreichendem Maß der Fall ist. Wir erwarten von der Stadtverwaltung zudem eine Planung über weitere Maßnahmen, wie die schrittweise Auswechslung des über weite Strecken stark beschädigten Pflasterbelags unter Berücksichtigung von Begehbarkeit, Rollstuhl-, Gehhilfen- und Kinderwagentauglichkeit, die Einbeziehung der teilweise recht heruntergekommenen Möblierung und der maroden Baumquartiere, sowie der Querpflasterungen in der Dreißentalstraße. Da diese Sanierungsmaßnahmen auch vom Großteil der Oberkochener Bevölkerung als vordringlich angesehen werden, besteht hier zeitnaher Handlungsbedarf.

Baulandgewinnung/Einwohnerschwund

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die neueste Zählung zeigt, worauf wir schon seit Jahren aufmerksam machen und auch nicht nachlassen werden. Der Einwohnerrückgang ist mittlerweile mehr als besorgniserregend. Nach 8600 Einwohnern in 1995 kommen wir Ende 2009 auf gerade noch 7900, bei weiter abnehmender Tendenz. Das ist der Stand vom Ende der 50iger Jahre. Diese Abnahme von 700 entspricht der Größe eines Dorfes. Neresheim und Abtsgmünd haben uns mittlerweile überholt. Daraus sieht man aber, dass durchaus auch was gegen den allgemeinen Trend geht. Wenn auch unsere Selbständigkeit zwischen Aalen und Heidenheim noch nicht unmittelbar davon betroffen ist, dieser Umstand ist erschreckend. Welchen Sinn machen unsere reichlich vorhandenen infrastrukturellen Einrichtungen und ihre aufwendigen Sanierungen, wenn alles durch den rasanten Einwohnerschwund in wenigen Jahren in Frage gestellt ist? Was wären die Folgen, wenn die Gewerbesteuer, wie angedacht, möglicherweise durch die Erhöhung des Einkommenssteueranteils ersetzt werden sollte? Wo man wohnt, da zahlt man. Das ist beileibe keine Schwarzmalerei. Wir müssen uns da auf schwierige Zeiten einstellen.

Deshalb führt kein Weg daran vorbei, dem Einwohnerschwund wie dem „Altersbauch“ endlich offensiv entgegen zu treten. Wir anerkennen das Bemühen des Landes um den Naturschutz und um die Einschränkung des ständig wachsenden Landschaftsverbrauchs. Aber hier muss differenziert werden. Zum einen muss jeder Gemeinde noch „Luft zum Atmen bleiben“ und zum anderen liegt bei dreieinhalbtausend Einpendlern in Oberkochen der Sachverhalt sowieso ganz anders, als in reinen Wohngemeinden. Die Aalener Umlandgemeinden können seit langem davon profitieren, dass man in Oberkochen mit dem Angebot an günstigem Bauland nicht richtig vorankommt und bilden mittlerweile den sog. „Speckgürtel“ um die Kernstadt. Ganz genau so müssten auch wir dafür Sorge tragen, dass junge Familien mit Kindern hier in Oberkochen bleiben und junge Familien mit Kindern nach Oberkochen ziehen können und unsere Schulen, Kindergärten, Bibliothek, „aquafit“ und anderes am Leben halten. Dann schmilzt automatisch auch der „Altersbauch“, vor dem man gegenwärtig zu sitzen scheint wie „das Kaninchen vor der Schlange“. Der entscheidende Punkt sind dabei die Pendler. Zuschriften beweisen uns, dass man in Oberkochen durchaus ansässig werden möchte. Dabei könnte durch Schadstoff- und Co2-Einsparung zudem noch ein wertvoller Beitrag für die Umwelt und das Klima geleistet werden. Nur 600 Pendler-Autos weniger würden eine Vermeidung von 500000 kg CO2/Jahr ergeben. Jedes bereitgestellte, wenn auch kleine Baugebiet, war bisher im Handumdrehen vergeben. Also null Risiko. Natürlich gibt es gegenwärtig auch Leerstände, aber die wird es strukturbedingt immer geben. Sie sind zumindest in Oberkochen kein Indikator für Wohnraumüberhang. Die meisten frei werdenden Wohnungen jedenfalls finden in kürzester Zeit wieder neue Mieter. Die Schließung von Baulücken kann daher im Grunde nur Beiwerk sein. Wir sind der Meinung, dass Naturschutz und topographische Lage nicht nur die Arrondierung des „Spitztals“ oder ggf. auch der „Strickäcker“, sondern durchaus die Ausweisung eines dringend erforderlichen größeren Wohnbaugebiets zulassen würde. Der „Tierstein“ scheint vom Tisch zu sein, die Heide ist, realistisch gesehen, nicht erweiterbar. Alle Anstrengungen dort würden hauptsächlich nur der Stadt Aalen zugute kommen. Aber was ist mit dem Gebiet westlich der B 19 gegenüber des „Interkommunalen Gewerbegebiets“, im Gewann „Kreuz“, das damals schon als Gewerbegebiet ins Auge gefasst war? Ich meine sogar, in der SPD-Homepage in dieser Richtung auch etwas gelesen zu haben. Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst uns dieses Problem endlich gemeinsam mit Nachdruck angehen, wie damals beim Gewerbegebiet, sonst werden die negativen Folgen für unsere Stadt noch schwerwiegender sein, als wir uns dies heute vorzustellen vermögen. Es ist tatsächlich „Fünf vor Zwölf“.

Zusammenfassung und Dank

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Wirtschafts- und Finanzkrise hat eine neuerliche Schuldenaufnahme unumgänglich gemacht. Entgegen kommt hier allerdings ein relativ niedriges Zinsniveau. Die gegenwärtige Tendenz lässt uns auch für Oberkochen wieder eine aufwärtsgerichtete Entwicklung erhoffen. Trotz Verabschiedung eines „Riesenhaushalts“ ist künftig oberstes Gebot, alles zu unternehmen, einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt zusammen zu bringen. Daneben hängt die Zukunft der Stadt wesentlich mit der weiteren Einwohnerentwicklung zusammen. Nur eine nachdrückliche Vorgehensweise in der Baulandgewinnung, sowie eine zukunftsorientierte Innenstadtentwicklung wird hier die notwendige Kehrtwendung bringen, um unsere Infrastruktur einigermaßen erhalten zu können. Die Bildung wird weiterhin einen Schwerpunkt unserer Anstrengungen ausmachen. Dazu kommt eine verstärkte Hinwendung zur Gewinnung erneuerbarer Energie in räumlicher Nähe als unverzichtbarer Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Wir danken an dieser Stelle ganz besonders allen, die dazu beigetragen haben, dass wir heute dieses Planwerk absegnen können. Ihnen, Herr Bürgermeister Traub, gerade erst wieder für eine neue Amtszeit bestätigt, sowie allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nicht vergessen seien die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr für ihren aufopfernden Einsatz, insbesondere am Neujahrsmorgen. Dank gilt vor allem aber auch unseren Bürgerinnen und Bürgern, Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe, sowie Bund und Land für die steuerlichen Zuwendungen und Zuschüsse. Dasselbe gilt der Presse für die objektive Berichterstattung.

In Erwartung einer weiteren guten und konstruktiven Zusammenarbeit im Gemeinderat stimmt die CDU-Fraktion dem Haushaltsplan 2010 in seiner vorliegenden Fassung zu.

 

Franz Uhl, Fraktionsvorsitzender
Januar 2010
 

 

 

Keine Beteiligung am Offshore-Windpark vor Borkum!

Stellungnahme zur Haltung der CDU-Fraktion in der Gemeinderatssitzung vom 16.11.2009
 
Zurecht wird die Gewinnung alternativer Energien landauf landab vorangetrieben. Die CDU-Fraktion steht voll und ganz hinter sinnvollen Initiativen auf diesem Gebiet, zumal hier ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.
Eine ganz andere Frage ist, ob es sich die Stadt zurzeit leisten kann oder soll, sich in einem Umfang von 600 000 € an einem Windpark in der Nordsee zu beteiligen, was voll über Kredite finanziert werden müsste.
 
Wer die städtischen Finanzen kennt, weiß, dass nach Darstellung der Stadtverwaltung mittlerweile sämtliche Rücklagen aufgebraucht sind und aufgrund der Rathaussanierung zur Deckung des Haushalts 2010 und 2011 Kredite in Höhe von mehreren Millionen € aufgenommen werden müssen. Zudem müssen wichtige Sanierungsprojekte in der Stadt aufgeschoben werden und niemand weiß so genau, wie sich die Wirtschafts- und Finanzkrise in den nächsten Jahren auf die Stadt auswirkt.
Vor diesem Hintergrund war die CDU-Fraktion der Meinung, diese Windpark-Beteiligung „so auf die Schnelle“ nicht verantworten zu können. Der Windpark wird auch ohne Oberkochener Beteiligung gebaut. Im Übrigen beteiligt sich die GEO bereits mit 200 000 € an einem sinnvollen alternativen Energie-Gewinnungsprojekt in unserem Raum und wird auch künftig, in verantwortbaren Rahmen, auf diesem Gebiet tätig sein. Es gibt also durchaus gute Gründe, diese Beteiligung abzulehnen.
Das Abstimmungsergebnis spiegelt unserer Meinung nach die Haltung der Oberkochener Bevölkerung zu diesem Thema ziemlich genau wider.
Sicher handelt es sich bei der Beteiligung an einem Offshore-Windpark in der Nordsee nicht um eine „hoch-spekulative“ Angelegenheit, aber ein Stadtrat, auch wenn er erst kurz dabei ist, muss seine Einschätzung darlegen dürfen, ohne dass ihm gleich „Majestätsbeleidigung“ vorgeworfen wird. Eine Rückfrage bei Dr. le Maire nach den Gründen für seine Einschätzung während der Sitzung hätte für eine Klärung bereits genügt.
Die massive öffentliche Kritik der SPD-Fraktion an der Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats und die sehr persönlichen Vorhaltungen lassen die oft eingeforderte Sachlichkeit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden leider sehr vermissen. Im Hinblick auf eine sachliche Diskussion noch anstehender Entscheidungen wäre die SPD gut beraten, „den Ball künftig wieder etwas flacher zu halten“.    
 
Franz Uhl
Fraktionsvorsitzender 
25.11.2009








 

Keine Beteiligung am Offshore-Windpark vor Borkum!

Stellungnahme zur Haltung der CDU-Fraktion in der Gemeinderatssitzung vom 16.11.2009

Abgesehen davon, dass die Sitzungsunterlagen zu diesem Tagesordungspunkt nur wenige Tage vor der Gemeinderatssitzung bei den Stadträten eingingen und deshalb einfach die Zeit zur eingehenden Prüfung fehlte, hat sich bei uns folgende Meinung herausgebildet:

Sicher ist die Beteiligung an einem alternativen Energiegewinnungsprojekt eine durchaus überlegenswerte Sache, zumal sinnvolle alternative Energiearten im Trend der Zeit liegen und einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wer die städtischen Finanzen kennt, weiß aber, dass mittlerweile sämtliche Rücklagen aufgebraucht sind und zur Deckung des Haushalts 2010 und 2011 Kredite in Höhe von mehreren Millionen € aufgenommen werden müssen. Mehrere wichtige Sanierungsprojekte müssen aufgeschoben werden, niemand weiß so genau, wie sich die Wirtschafts- und Finanzkrise in den nächsten Jahren auf die Stadt auswirkt.

Wir meinen, da käme eine Beteiligung der Stadt an einem Windpark in der Nordsee im Umfang von 600 000 €, die zudem auch über Kredite finanziert werden müsste, zur Unzeit, auch wenn möglicherweise später damit Gewinne zu erwirtschaften wären. Das konnte von der CDU-Fraktion „so auf die Schnelle“ nicht verantwortet werden. Der Windpark wird auch ohne Oberkochener Beteiligung gebaut. Die GEO beteiligt sich bereits mit 200 000 € sinnvoll an einem alternativen Energie-Gewinnungsprojekt in unserem Raum und wird auch künftig, in verantwortbarem Rahmen, auf diesem Gebiet tätig sein. Wir meinen, die SPD-Fraktion wird uns dafür noch dankbar sein.

Franz Uhl
21.11.2009





Verabschiedung der nach der Kommunalwahl am 7.6.2009 aus dem Gemeinderat ausgeschiedenen Fraktionsmitglieder am 8.10.09


Im Rahmen eines gemeinsamen Fraktionsessens der bisherigen und neuen Fraktionsmitglieder im Hotel am Rathaus wurden die nicht mehr im Oberkochener Gemeinderat vertretenen Mitglieder der CDU-Fraktion am 8. Oktober 2009 feierlich verabschiedet.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz Uhl rief in seiner Ansprache die vielen Stunden gemeinsamer Beratungen, Debatten und Diskussionen in Erinnerung, die schließlich zu wichtigen und oft weittragenden Entscheidungen geführt hätten. „ Wir haben Seite für Seite gelesen, verinnerlicht, verworfen, für gut befunden, neu gestaltet und entwickelt. Wir haben uns über Mehrheiten gefreut, auch einige Niederlagen eingesteckt, Enttäuschungen verkraftet, Hoffnungen geweckt und Ermutigungen gespürt. Um es zusammenzufassen: Wir haben miteinander Politik im wahrsten Sinne des Wortes erlebt.“ Für dieses gemeinsam Erlebte und Erreichte und für die langjährige Unterstützung durch Rat und Tat dankte Franz Uhl den drei ausgeschiedenen Fraktionskollegen Bruno Balle, Dr. Gert Littmann und Franz Wingert ganz herzlich.

Mit Bruno Balle werde, so Franz Uhl, zweifelsohne ein Schwergewicht der Oberkochener Kommunalpolitik verabschiedet, das 1975 in den Gemeinderat gewählt wurde und die CDU-Fraktion seit 1987 22 Jahre lang geführt habe. Von Beginn an habe Bruno Balle das Wohl des Bürgers und untrennbar davon auch das von Handel, Gewerbe und Industrie in der Stadt Oberkochen in den Mittelpunkt kommunalpolitischen Handelns gestellt und damit beeindruckende Erfolge kommunalpolitischer Entwicklung erreicht wie Stadtkernsanierung, Einfache Stadterneuerung Dreißental-Brunnenhalde-Zeppelinweg, Altenpflegeheim, Kindergarten Heide, Baugebiet Spitztal, Interkommunales Gewerbegebiet, Sanierung von Dreißentalschule und Gymnasium sowie die Erweiterung des Kinderhauses. Grundlage dieser Erfolge waren zum Einen sehr gründlich vorbereitete Fraktionssitzungen sowie beste Recherchen zu den anstehenden Themen, zum Anderen ein Höchstmaß an Berechenbarkeit, Ehrlichkeit und Anstand sowohl gegenüber der politischen Konkurrenz als auch insbesondere gegenüber den Bürgern. Die zahlreichen regionalen und nationalen Auszeichnungen von Bruno Balle sprächen für sich. „Du hast Dich um Oberkochen in höchstem Maße verdient gemacht“, fasste Franz Uhl Bruno Balles Verdienste zusammen.

Als mit immensem Sachverstand ausgerüsteter Fachmann für die finanztechnischen Angelegenheiten des städtischen Haushalts hinterlasse Dr. Gert Littmann nach 20jähriger Mitgliedschaft eine große Lücke im gesamten Gemeinderat. Seine analytischen Fähigkeiten hätten Fraktion und Gemeinderat sehr gut getan, und auch in ihm verlören beide Gremien einen zuhöchst verdienten Mann, resümierte Franz Uhl das Wirken des Oberkochener Ehrenbürgers Dr. Gert Littman für die Stadt und deren Bürger.

Franz Wingerts Beliebtheitsgrad in der Bevölkerung sei bereits 1994 bei dessen Einzug in den Gemeinderat zu Tage getreten, als Franz Wingert im ersten Anlauf gleich hinter Bruno Balle die zweit meisten Stimmen auf sich vereinen konnte. Insbesondere glänzendes Fachwissen und dadurch bedingtes fundiertes Urteilsvermögen in allen Bauangelegenheiten, gepaart mit einem harmoniebedürftigen Wesen, das stets auf Ausgleich bedacht gewesen sei, zeichneten, so der Fraktionsvorsitzende, Franz Wingert und dessen große Verdienste um die Stadt Oberkochen während seiner 15jährigen Tätigkeit als Stadtrat aus.

Abschließend stellte Franz Uhl fest, dass mit vier bisherigen und drei neu gewählten CDU-Gemeinderäten bei sogar leicht gesteigertem relativem Stimmenanteil der Generationswechsel in der CDU-Fraktion in herausragender Weise gelungen und damit auch für die Zukunft eine solide Basis für eine engagierte und verantwortungsvolle Fraktionsarbeit im Oberkochener Gemeinderat geschaffen worden sei.

Dr. Michel le Maire,
Pressesprecher der CDU-Fraktion im Oberkochener Gemeinderat,
08.11.2009




 

Stellungnahme des Fraktionsvorsitzenden Franz Uhl zum Antrag „Werkrealschule“ an der Dreißentalschule (Gemeinderatssitzung vom 12.10.2009)

 

In der Presse lesen wir heute zum Artikel Werkrealschule als Überschrift: „Stellt die Stadt den Antrag“?

Wir meinen, es wäre eine sträfliche Unterlassung, wenn wir den Antrag auf Einrichtung einer Werkrealschule an der Dreißentalschule Oberkochen nicht stellen würden.

Die Werkrealschule ist aufgrund ihrer berufsbezogenen Konzeption sowie ihrer engen Verzahnung zur Berufsfachschule im 10. Schuljahr mit Erlangung der „Mittleren Reife“ für die Eltern eine echte Alternative, deren Kinder sich aufgrund ihrer Veranlagung und Begabung weniger in theoretisch-abstrahierenden, als vielmehr in konkret handelnden Lernbereichen entfalten können. Die Beratungsgespräche der Oberkochener Grundschulen über die weitere Schullaufbahn im Frühjahr haben bereits gezeigt, dass man auf Elternseite der Werkrealschule durchaus aufgeschlossen und positiv gegenübersteht. Nicht zuletzt deshalb ist es zu knapp 30 Anmeldungen für Hauptschule bzw. Werkrealschule gekommen.

Oberkochen ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort und ein bedeutender Schulstandort mit einer idealen zentralen Lage zwischen Aalen und Heidenheim, der in seine Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in den vergangenen Jahren über 15 Mio € investiert hat. Weit über 200 Schüler kommen täglich aus Unterkochen, Ebnat, Waldhausen und Königsbronn ins Ernst-Abbe-Gymnasium und die Sonnenberg-Förderschule. Aufgrund dieser Vernetzung mit Nachbarorten bietet die Stadt bereits schülerbeförderungstechnisch die besten Voraussetzungen. Die Dreißental Grund- und Hauptschule, an der die Werkrealschule eingerichtet werden soll, wurde vor wenigen Jahren für 4,5 Mio. Euro saniert und bietet durch eine hervorragende sächliche, personelle und pädagogische Infrastruktur ideale Bedingungen. Einzig der Klassenteiler 32 wird mit 29 Schülern knapp verfehlt, ein Umstand, der sich bei Einrichtung einer Werkrealschule voraussichtlich von selbst erledigen wird.

Das Land ist interessiert an einer flächendeckenden Versorgung mit Werkrealschulen, deshalb können wir uns nicht vorstellen, dass trotz der zahlreich vorhandenen schwerwiegenden Gründe, vor denen der gegenwärtig nur knapp verfehlte Klassenteiler eher unbedeutend scheint, unser Antrag abschlägig beschieden wird. Die CDU-Fraktion votiert daher einstimmig für den Antrag der Stadtverwaltung auf Einrichtung einer Werkrealschule an der Dreißentalschule, zeigt sich offen für weitere Gespräche in Richtung Königsbronn und Unterkochen, lehnt aber weitere Kooperationsverhandlungen mit dem Ziel einer Außenstelle in Oberkochen ab.









Haushaltsrede der CDU – Gemeinderatsfraktion 2009

Fraktionsvorsitzender Bruno Balle
 
Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren des Gemeinderats,
liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger !
 
Nach gründlichen und wohlüberlegten Beratungen und Festlegungen kann heute durch den Gemeinderat der Haushaltsplan 2009 verabschiedet werden. Wenn in den zurück liegenden 3 Jahren die Steuereinnahmen in ungewohnter Höhe geflossen sind, so ist mindestens in diesem Jahr ein Normalmaß auf hohem Niveau zu erwarten und das im Besonderen bei der Gewerbesteuer.
Dass in den zurückliegenden 3 Jahren Gewerbesteuern in nie dagewesenem Umfang in der Geschichte der Stadt Oberkochen geflossen sind, ist der geänderten Unternehmensstruktur in der Stadt, aber auch einer zielgerichteten Weichenstellung des Gemeinderats und der Verwaltung zu verdanken. Industrie, Handel und Gewerbe haben die Chancen in der Entwicklung und Erweiterung des Geschäftsbereichs bei guter Konjunktur optimal genutzt: Die Stadt, Gemeinderat und Verwaltung, haben die Voraussetzungen für Erweiterung von Betriebsanlagen, vor allem im Süden der Stadt, geschaffen.
Diese optimalen Steuereinnahmen wurden sinn- und zukunftsträchtig für notwendige Anlagen und Einrichtungen der Stadt angelegt. Die Sanierung unseres Gymnasiums, einer Bildungsstätte für unsere Kinder und Jugendlichen, hätte ansonsten in diesem Umfang und in dieser Gestaltung nicht angegangen werden können. Wenn sich heute schon zeigt, dass das Ernst-Abbe-Gymnasium an Zulauf gewinnt, auch von auswärtigen Kindern, so war das mit einem Sanierungsaufwand von mehr als 9 Mio. Euro eine richtige Entscheidung des Gemeinderats und der Verwaltung. Die Dreißentalschule, grundlegend saniert mit nahezu 4 Mio. Euro, ist ebenfalls der günstigen Entwicklung von Steuereinnahmen zuzuschreiben. Der Außenbereich der Tiersteinschule ist mit rund 300.000,-- Euro einer neuen Gestaltung zugeführt worden.
Wenn unser Rathaus mit einer Rundumsanierung einschließlich Eugen-Bolz-Platz und neuer Straßenführung in der Jenaer Straße in diesem Jahr begonnen wird, mit immerhin einem Aufwand von rund 10 Mio. €, so sind das Summen, welche ohne hervorragende Steuereinnahmen nicht bewältigt werden könnten. Das Kunstrasenfeld im Carl Zeiss Stadion wird mit 350.000,-€ erneuert und damit für unsere sporttreibenden Vereine wieder nutzbar gemacht. Die Kläranlage wird gegenwärtig saniert und erweitert mit rund 3 Mio. Euro. Auch die Erweiterung des Kinderhauses in diesem Jahr mit ca. 1,8 Mio. € ist ebenfalls eine wichtige und sinnvolle Investition für heute und die Zukunft. Unsere Straßen in der Stadt, als ebenfalls wichtige Anlagen, hätten auch in diesem Rahmen nicht saniert werden können, wenn der erwähnte Steuerfluss nicht dagewesen wäre. In Punkto Straßensanierung ist selbstverständlich noch einiges zu erledigen.
All das was ich hier angesprochen habe, einschließlich der beginnenden Rathaussanierung, ist ohne Schuldenaufnahme bezahlt, bzw. finanziert.
Hinzu kommt, dass vorhandene Schulden getilgt wurden und somit die Stadt, mit Ausnahme von rund 300.000,--€ welche langfristig niederverzinsliche Darlehen darstellen, schuldenfrei ist.
Davon hätte weder die Verwaltung noch der Gemeinderat vor wenigen Jahren träumen können.
Betrachten wir alles mit dem nötigen Augenmaß, so lässt sich doch feststellen, dass sich die Stadt Oberkochen gegenwärtig in einer hervorragenden Stellung befindet, trotz einer sich anbahnenden Wirtschafts- und Finanzkrise. Auch diese, davon ist die CDU-Fraktion überzeugt, wird wieder überwunden werden können.
In diesem Jahr werden erhebliche Ausgleichszahlungen fällig, welche auf horrende Gewerbesteuereinnahmen der vergangenen Jahre zurückzuführen sind, die jedoch durch gebildete Rücklagen bewältigt werden können. Es trübt auch das Gesamtbild des Haushalts die negative Zuführungsrate vom Vermögenshaushalt in den Verwaltungshaushalt. Dem stehen jedoch nahezu 4,5 Mio. Euro Einnahmen aus dem Gemeindeanteil der Einkommens- und Umsatzsteuer gegenüber und übersteigen damit diese Einkommenspositionen des Vorjahrs um rund 500.000,-- Euro. Die prognostizierten Gewerbesteuereinnahmen von rund 7 Mio. Euro in diesem Jahr zeigen ebenfalls ein positives Signal. Ein sicheres Pfund aus der Grundsteuer B mit rund 1,2 Mio. Euro, welches alle Grund- und Hausbesitzer zum Verwaltungshaushalt erbringen, möchten wir als CDU-Fraktion nicht unerwähnt lassen.
Wenn auf Grund einer vorausschauenden Finanzwirtschaft für die Jahre 2011 und 2012 positive Zuführungsraten zum Vermögenshaushalt erwartet werden, so ist das bereits wieder ein Zeichen, welches in eine gute Zukunft deutet.
Die CDU-Fraktion spricht sich jedoch für eine auch in der Zukunft geordnete Haushaltspolitik aus, möglichst ohne Neuverschuldung, weshalb am Sparkonzept, wie bereits im Gemeinderat vor einigen Jahren festgelegt, festgehalten werden muss. Dieses Prinzip und die vorausschauende Perspektive, auch in Bezug auf die Erweiterung von gewerblichen Baugebieten, haben uns in diese positive Lage versetzt.
Der Gemeinderat hat vor wenigen Wochen eine sogenannte Prioritätenliste über Objekte und Sanierungsmaßnahmen aufgestellt, welche mittelfristig zu einer Erledigung anstehen. Dabei hat Konsens im Gemeinderat bestanden. Bei der Festlegung dieser Prioritätenliste hat natürlich noch große Zuversicht in Erwartung gesteigerter Gewerbesteuereinnahmen geherrscht. Die CDU-Fraktion hat aber bereits damals, entgegen der Verwaltungsvorlage, eine verbindliche Festlegung der Zeitbereiche für die einzelnen Objekte abgelehnt, und angeregt, die Angaben als Orientierungshilfe zu sehen, was letztlich auch der Gemeinderat so beschlossen hat. Und deshalb haben wir als CDU-Fraktion überhaupt keine Probleme, die Prioritätenliste neu zu überdenken, sie von der zeitlichen Festlegung her zu verändern oder gegebenenfalls auch neue Akzente zu setzen.
 
Finanzen:
Meine Damen und Herren, diese Aussagen und Feststellungen zeigen einen vorsichtigen Optimismus für die Zukunft. Wir sollten jedoch nicht so vermessen sein zu glauben, es würde die doch heraufziehende Wirtschafts- und Finanzkrise an der Stadt Oberkochen spurlos vorbeigehen. Deshalb warnen wir, über den Finanzrahmen der Prioritätenliste hinaus, überzogene Wunschvorstellungen einzubringen. Wir haben deshalb bewusst bei der Beratung des Haushaltsplanes keinerlei Anträge eingebracht, welche mit finanziellen Mehrbelastungen verbunden gewesen wären. Uns ist eine solide städtische Finanzwirtschaft von großer Wichtigkeit. Eine Finanzwirtschaft, welche auch unsere Bürger nicht überfordert und welche überschaubar ist. Wenn auf Grund der allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise weitere kommunale Förder- und Investitionsprogramme seitens des Bundes und Landes zu erwarten sind, so müssen die dabei gemachten Daten und Auflagen genau analysiert werden, um nicht durch eine überschnelle Entscheidung in eine nicht gewollte Verschuldung zu kommen.
Zur jetzigen Zeit müssen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern herzlichen Dank sagen für die erbrachten Steuerzahlungen, im besonderen natürlich der Industrie, dem Handel und Gewerbe. Es hat sich gezeigt, dass sich vertrauensvolle Verbindungen und zuverlässige Entscheidungen unseren Industriebetrieben gegenüber lohnen, nicht nur wegen der Zahlung von Steuern, sondern auch des Arbeitsmarktes wegen – für unsere Stadt und die Region.
Der vorliegende Haushaltsplan ist trotz der enormen Investitionen auf eine solide Basis gestellt, welche unsere Stadt vorwärts bringt.
Wenn derzeit auch die Kommunen auf Grund einer sich anbahnenden Wirtschaftskrise aufgefordert sind, sich im Investitionsbereich zu beteiligen, so glauben wir als CDU-Fraktion, dass mit einem Vermögenshaushalt von 15 Mio. € auch diesbezüglich die Stadt Oberkochen einen angemessenen Beitrag leistet.
Die CDU-Fraktion steht für Solidität, das haben wir in der Vergangenheit oft genug bewiesen und werden es auch in Zukunft tun.
Die CDU-Fraktion geht davon aus, dass diese im Haushaltsplan bereitgestellten Mittel dieses Jahr auch bewirtschaftet werden und nicht aus irgendwelchen gründen verfallen oder ins Folgejahr übertragen werden. Unsere Handwerks- und Industriebetriebe sind darauf angewiesen.
Jetzt möchten wir noch ein paar Schwerpunkte ansprechen, welche uns besonders am Herzen liegen.
 
Wohnbaugebiet / Einwohnerschwund
Schon seit mehreren Jahren macht die CDU-Fraktion auf den Bevölkerungsrückgang und den demographischen Wandel in Oberkochen aufmerksam. Bei nahezu 8000 Beschäftigten in der Stadt – und dadurch vielen Einpendlern – ist Wohnbedarf weit über die ca. 8000 Einwohner Oberkochens gegeben, was auch von der Verwaltung bestätigt wird. Wir unterstützen jegliche Initiative zur Bebauung von Baulücken und Gebäudemäßigen Veränderungen in der Stadt. Aber das alles reicht nicht aus, um Oberkochen auch in der Einwohnerzahl vorwärts zu bringen. Wie lange können immer weniger Einwohner für unsere überdurchschnittliche Infrastruktur noch aufkommen? Wie lange können Kinder noch unsere hervorragend ausgebauten Schulen füllen? Nachbarstädte werden dem Beispiel Oberkochens hinsichtlich entsprechender Vorzeigebildungseinrichtungen folgen, was zur Folge hat, dass gepaart mit dem allgemeinen Schülerrückgang aus benachbarten Gemeinden immer weniger Schüler zu uns kommen werden.
Und wenn der Verwaltungshaushalt bezüglich negativer Zuführungsraten beklagt wird, so kann der Anteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer durch mehr Einwohner die Stadt auch hier ein gutes Stück voranbringen. Wir alle wissen, dass durch die Tallage und die mehrfachen Schutzgebiete in Oberkochen die Ausweisung von Wohnbaugebieten begrenzt ist. Es kann aber nicht sein, dass z.B. der Regionalverband jegliche Bebauung zu verhindern sucht.
Wir fordern, dass erneut ein Vorstoß gemacht wird, indem wir die Vorlage des Flächennutzungsplans korrigieren, uns auf ein oder zwei Baugebiete konzentrieren und die mit entsprechendem Stehvermögen durch die zuständigen Behörden zu bringen versuchen. Es muss für den Gemeinderat und besonders für die Verwaltung ein Alarmzeichen sein, dass die Entwicklung Oberkochens in diesem Punkt stagniert beziehungsweise zurückfällt.
Unser Appell geht an die Verwaltung, hier endlich mit allem Nachdruck Initiative zu ergreifen. In diesem Zusammenhang plädieren wir auch für die Vermarktung von nicht mehr sanierungsfähigen städtischen Wohngebäuden.
 
Interkommunales Gewerbegebiet
Meine Damen und Herren,
mit der Gemeinde Königsbronn haben wir im Jahre 2000 das Interkommunale Gewerbegebiet geschaffen, um ortsansässigen und auch auswärtigen Gewerbe- und Industriebetrieben eine Erweiterung oder Neuansiedlung zu ermöglichen. Verbunden mit dieser Absicht war immer die Schaffung von Arbeitsplätzen und natürlich die Optimierung von Gemeindesteuern.
Leider hat sich in all dieser Zeit außer der Firma Brunnhuber, Holzbau, trotz Bekundung von Interesse, niemand etabliert. Es kann nunmehr als ein Glücksfall für Oberkochen und Königsbronn bezeichnet werden, dass sich die Firma Carl Zeiss AG für die gesamte übrige Fläche des IKG interessiert und auch in kürzester Frist den endgültigen Kaufabschluss tätigen wird.
Deshalb ein Dankeswort an die Fa. Carl Zeiss AG, für die weitere Standortsicherung des Unternehmens in Oberkochen, was gleichzeitig mit der Sicherung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen in Verbindung zu bringen ist. Allerdings ist es jetzt wichtig, für einen eventuell weiteren Bedarf an gewerblicher Fläche vorzusorgen und Möglichkeiten entsprechend kurzfristig anzugehen.
 
Innenstadterneuerung
Meine Damen und Herren,
wenn die CDU-Fraktion vor nahezu zwei Jahren den Antrag eingebracht hat, Verbesserungen und Modernisierungen des öffentlichen Bereichs der Innenstadt vorzunehmen, so ist dies nicht nur im Zusammenhang als Sitzgemeinde zweier Weltfirmen zu sehen, sondern ganz wesentlich auch im Zusammenhang mit der Einwohnerentwicklung. Längst wissen wir, dass eine Zuzugsentscheidung nicht zuletzt mit dem Gepräge und dem Erscheinungsbild einer Stadt eng verknüpft ist. Die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt muss deshalb auch nach der Entscheidung, das Rathaus nicht wieder in die Innenstadt zu verlagern, sondern am jetzigen Standort zu belassen, weiter verfolgt werden. Insbesondere der Pflasterbelag, auf den Rat des damaligen Stadtbaumeisters ausgewählt, zeigt nach 20 Jahren Verschleißerscheinungen, die nicht nur die Begehbarkeit erheblich beeinträchtigen, sondern auch durch die „Flickschusterei“ das Erscheinungsbild stark in Mitleidenschaft zieht. Die in der Prioritätenliste von uns durchgesetzte schrittweise Auswechslung muss mit Maßnahmen einhergehen, die das Pflaster auch für Rollstühle, Gehhilfen und Kinderwagen befahrbar macht, sowie die teilweise recht heruntergekommene Möblierung und marode Baumquartiere einbezieht. Da diese Sanierungsmaßnahmen auch vom Großteil der Oberkochener Bevölkerung als vordringlich angesehen werden, besteht hier zeitnaher Handlungsbedarf.
 
Schulen und Kindergärten
 Die CDU Fraktion hat schon seit langer Zeit immer wieder die Rahmenbedingungen unserer Schulen und Bildungseinrichtungen angesprochen und deren Erneuerung gefordert.
Diesbezüglich hat sich in den zurückliegenden Jahren durch die Sanierung der Dreißentalschule, Ernst-Abbe-Gymnasium, Außenbereich Tiersteinschule, aber auch in der vorschulischen Ausbildung durch unser Kinderhaus sehr viel getan. Die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen machen es unumgänglich von Seiten des Staates immer mehr Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder zur Verfügung zu stellen. Mit dem Beschluss des Gemeinderats, das Kinderhaus mit einem Volumen von 1,8 Mio. € um 40 Betreuungsplätze zu erweitern, stellt sich die Stadt dieser Entwicklung. Da dies aber auch mit sehr hohen Betriebskosten verbunden ist, muss dafür Sorge getragen werden, dass für die Betreuung auswärtiger Kinder über die betroffenen Gemeinden ein entsprechender Ausgleich innerhalb des gesetzlichen Rahmens erfolgt.
 
Vereine für Jugend, Kultur und Sport
 Unsere Vereine sind wesentliche Säulen des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt und damit wichtige Bindeglieder für menschliches Zusammenleben. Die vielfältigen Aktivitäten in kultureller und sportlicher Hinsicht, die überhaupt erst durch herausragendes ehrenamtliches Engagement vieler unserer Bürgerinnen und Bürger zustande kommen können, erfahren daher eine besondere Würdigung in der Vereinsjugendförderung aber auch durch nicht unerhebliche Zuschüsse für Investitionen und im kommenden Jahr nicht zuletzt durch die Erneuerung des Kunstrasenspielfeldes. Wir werden darauf schauen, dass das ehrenamtliche Engagement im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten auch künftig entsprechend gefördert wird.
 
 
Altenbetreuung
 Anlässlich dieser Haushaltsverabschiedung möchten wir auch an unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger denken. Eine gute Versorgung ist durch das Altenpflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes gegeben. Die Stadt hat auch durch vier Altenwohnhäuser ihren Beitrag für unsere älteren Mitbürger geleistet.
Was fehlt, sind Altenbetreute Wohnungen, in welchen ältere Menschen alleine wohnen können, aber im Bedarfsfall jederzeit ärztliche Hilfe und Betreuung anfordern können. Wir regen deshalb an, über Bauträger in möglichst zentraler Lage die Schaffung einer solchen Einrichtung zu ermöglichen. Die älter werdenden Menschen warten darauf.
 
Zusammenfassung:
 
Meine Damen und Herren,
zusammengefasst mögen unsere Ausführungen so verstanden werden, dass mit Bedacht an unsere kommunalen Aufgaben heranzugehen ist. Die geplanten Maßnahmen in diesem und im nächsten Jahr sind finanziert, die Stadt ist schuldenfrei, die gesetzlichen Umlagen sind durch Rücklagen gewährleistet. Dadurch ist die Stadt Oberkochen trotz sich abzeichnender Wirtschaftskrise in einer guten Ausgangslage. Die aufgestellte Prioritätenliste für die kommenden Jahre ist zu überdenken und nur im Rahmen gegebener finanzieller Machbarkeit anzugehen. Eine neue Verschuldung sollte möglichst nicht eingegangen werden.
Im Übrigen steht die CDU-Fraktion für alle Initiativen welche das Gemeinwohl fördern. Im Mittelpunkt aller Entscheidungen ist der Mensch, die Bürgerinnen und Bürger zu sehen. Unsere Bürger sind das Rückgrat der Stadt in allen Belangen. Trotz der anstehenden Kommunalwahlen gilt es, das Wohl des Ganzen zu sehen.  Dafür appellieren wir.
Bei dieser Verabschiedung des Haushaltsplans 2009 danken wir allen, welche dazu beigetragen haben, dass dieses Planwerk mit positiver Perspektive verabschiedet werden kann. Dank gilt unseren Bürgerinnen und Bürgern, der Industrie, dem Handel und Gewerbe, aber auch Bund und Land für öffentliche Zuwendungen die in die Stadtkasse fließen. Besonders danken wir der Verwaltung für eine umsichtige und zielgerichtete Vorgabe für die Entscheidungen des Gemeinderats.
Herr Bürgermeister Traub und Herr Stadtkämmerer Seimetz, Ihnen sprechen wir diesen Dank persönlich aus. Sie sind verlässliche Eckpfeiler für die Entscheidungen des Gemeinderats, auf einer sicheren Basis die Geschicke der Stadt zu lenken.
Danken möchten wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, einschließlich des städtischen Bauhofs.
Mit der Bitte für ein gutes Miteinander im Gemeinderat zum Wohle der Stadt schließen wir unsere Ausführungen.
Dem Haushaltsplan in der vorliegenden Fassung stimmt die CDU-Fraktion zu.
 
- Ich danke -

 

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